16.08.2025
Fußball-Westfalenliga:Borussias Gegner überraschte bei Saisonstart
-mho-EMSDETTEN. Kritik von Borussia Emsdettens Trainer Marc Wiethölter an unserer Zeitung. Nach dem 2:2 beim Westfalenliga-Start am vergangenen Sonntag gegen Kinderhaus hatten wir in unserer Spieler-Bewertung Keeper Luca Dömer zwei Bälle gegeben. „Ein Ball hätte gereicht“, sagt sein Coach nun lachend. Im Video zu der Partie werde deutlich, dass Dömer beim zweiten Gegentor nicht gut aussehe. „Den muss Luca halten. Sagt er auch selber, das ist sein eigener Anspruch“, meint Wiethölter über den harten, aber recht unplatzierten Schuss.
Bevor sich die Borussen in der 69. Minute wie aus dem Nichts dieses unglückliche 2:2, bei dem auch Innenverteidiger Mattes Langelage patzte, fingen, hatten sie mehrfach das 3:1 liegengelassen. Daher herrschte nach dem Remis das Gefühl vor: „Es wäre etwas mehr gegangen“, so Wiethölter. Eine Vorgabe für das zweite Saisonspiel lautet daher: „Wir müssen unsere Chancen effektiver nutzen.“ Und zwar am Sonntag bei Aufsteiger FC Kaunitz. Der Vizemeister der Landesliga 1, der es über die Relegation hoch in die Westfalenliga schaffte, ließ beim Saisonstart aufhorchen: 2:2 bei Titel-Kandidat SC Peckeloh. Die Zahlen zum Spiel entlarven jedoch das wahre Kräfteverhältnis: Peckeloh hatte 75 Prozent Ballbesitz, 20:3 Torschüsse, 10:2 Ecken. Nur stand ihnen ständig der überragende Kaunitz-Keeper Alexander Leier oder sonst irgendwer im Weg. „Peckeloh war brutal dominant“, weiß Wiethölter.
Er rechnet damit, dass Kaunitz (ein Ortsteil der ostwestfälischen Stadt Verl) gegen Borussia weniger tief stehen wird als beim harten Saisonstart und dass sie zudem mit ordentlich Aufstiegseuphorie ins erste Heimspiel gehen. „Eine sehr stabile, gefestigte Mannschaft. Es wird ein 50:50-Spiel auf Augenhöhe.“ Aufpassen muss Emsdetten unter anderem auf Fabio Kristkowitz, der in der Aufstiegssaison 19 Buden machte und auch in Peckeloh zum 0:2 traf (26.), ehe der Gegner noch zweimal zurückschlug (34., 85.).
Schickt Wiethölter dieselbe Startelf wie gegen Kinderhaus aufs Feld? „Möglich.“ Bei seiner Hintermannschaft hat er sich in der Hinsicht schon festgelegt. Keeper Dömer samt Viererkette mit Hölscher, Ohde, Langelage und Schulte bezeichnet der Trainer als „sehr ordentliches Quintett, das den Vorderleuten Sicherheit geben sollte“. Der Kader ist nahezu voll. Dass einige seiner Mannen den Wunsch geäußert haben, lieber in der A-Liga-Reserve Spielpraxis zu sammeln statt auf einen Kurzeinsatz in Kaunitz zu spekulieren, „finde ich super“, so Wiethölter.
In der Schlussphase der Partie gegen Kinderhaus hatte seine Elf gewankt, wirkte platt. Der Coach erklärt: „Wenn du den Ball wenig hast, musst du viel ackern. Und Kinderhaus ist fußballerisch eine top Mannschaft. Wir sind 70 Minuten gut marschiert.“ Daraus sollen bald 90 Minuten werden, daran arbeite man weiter mit Fitnesstrainer Sascha Guetat.

