Selbstkritik scheint eine Stärke des Borussen-Kaders zu sein. Ein Beispiel: Neuzugang Mattes Langelage. „Er war mit sich selber total unzufrieden“, sagte Wiethölter am Montag über seinen Innenverteidiger. Vor dem 0:1 (28.) war Langelage einer von drei Borussen, die es nicht schafften, Farid Zadeh vom Flanken abzuhalten. Vor dem 2:2 (69.) vermasselte Langelage im Strafraum eine Ballannahme. Wiethölter nimmt ihn in Schutz: „Mattes ist blutjung. Er hatte zwei, drei Wackler drin, was auch dem Kinderhauser Druck geschuldet war. Insgesamt war ich mit seiner Leistung zufrieden.“
Keeper Dömer will es noch mal sehen
Weiteres Selbstkritik-Beispiel: Torwart-Gigant Luca Dömer. „Er hat mich heute angeschrieben und gefragt, ob ich ihm das Video vom Spiel besorgen kann“, verriet Wiethölter am Montag. Vor allem eine Szene wollte sich der Keeper noch mal angucken: das Gegentor zum 2:2, als Westfalias Jendrik Witt nach Langelages Stockfehler aus etwa 14 Metern abzog. Wiethölter: „Luca meinte, wenn der Ball ins kurze Eck geht, ist der Torwart immer beteiligt.“ Doch auch ihn nimmt der Coach in Schutz, sagt über den Schuss: „Das war ein Kanonenschlag von gefühlt 150 km/h.“
Dickes Lob vom Gegner
Über die gesamten 90 Minuten ließ Borussia gegen Westfalias starke Offensive hinten wenig zu. Doch auch nach vorne hin wusste der Gastgeber vor allem mit seinem Flügelspiel immer wieder zu gefallen. Das wunderte Kinderhaus-Coach Ahmad Massih Wassey. Der war aus früheren Duellen anderes gewohnt. Wiethölter: „Wir haben uns nach dem Abpfiff noch lange unterhalten. Er meinte zu mir, sie hätten nicht erwartet, dass wir solche spielerischen Akzente nach vorne setzen. Sonst sei Emsdetten immer so eine Art graue Maus gewesen, eklig zu bespielen. Er habe erstmals das Gefühl gehabt, dass der Gegner mitzocken will.“