Wie war das erste Mal, Trainer?

12.08.2025

Borussias Wiethölter: „Hat Spaß gemacht“

Wie war das erste Mal, Marc Wiethölter? Die Frage unserer Zeitung quittiert er mit einem Lachen: „Das ist schon lange her.“ Kurze Pause, dann sagt er: „Hat Spaß gemacht.“ Und meint damit sein Punktspiel-Debüt mit Westfalenligist Borussia Emsdetten.

 

Borussia Emsdettens neuer Westfalenliga-Trainer Marc Wiethölter zeigte sich mit dem 2:2 beim Saisonstart gegen Kinderhaus bestens zufrieden. | Foto: Thomas Strack

Der neue Trainer holte zum Saisonauftakt am Sonntag zu Hause gegen Westfalia Kinderhaus ein 2:2, sagte bei der anschließenden Pressekonferenz: „Das hat Lust auf mehr gemacht, definitiv.“ Die applaudierenden Zuschauer sahen es genauso.


Am Morgen vor dem Spiel wurde Wiethölter von Familie und Freunden mehrfach gefragt: „Und, nervös?“ Nein, seltsamerweise sei er zu dem Zeitpunkt nicht angespannter gewesen als sonst. „Das kam dann aber während des Spiels unserer 2. Mannschaft, da begann das Kribbeln.“ Er sei jedoch „mit einem großen Grundvertrauen in meine Mannschaft“ in die Auftaktpartie gegangen, das Abschluss-Training am Freitagabend habe ihn in der Hinsicht noch mal bestärkt: „Da war richtig Feuer drin.“


Selbstkritische Borussen-Spieler


Vor dem Anpfiff habe er seinen Mannen gesagt: „Wir können Kinderhaus wehtun. Über große Teile des Spiels haben wir das dann ja auch geschafft. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir viele Ballgewinne im Zentrum provoziert. Die Folgeaktionen haben mir aber oft nicht gefallen.“ Denn seine Elf habe häufig einen komplizierten Weg gewählt, sich so selbst unnötig in Drucksituationen gebracht und die Bälle schnell wieder verloren. Wiethölter bei der PK: „Meine Spieler haben gerade direkt nach dem Abpfiff selbstkritisch gesagt, dass sie die sich bietenden Räume definitiv besser nutzen können.“

Selbstkritik scheint eine Stärke des Borussen-Kaders zu sein. Ein Beispiel: Neuzugang Mattes Langelage. „Er war mit sich selber total unzufrieden“, sagte Wiethölter am Montag über seinen Innenverteidiger. Vor dem 0:1 (28.) war Langelage einer von drei Borussen, die es nicht schafften, Farid Zadeh vom Flanken abzuhalten. Vor dem 2:2 (69.) vermasselte Langelage im Strafraum eine Ballannahme. Wiethölter nimmt ihn in Schutz: „Mattes ist blutjung. Er hatte zwei, drei Wackler drin, was auch dem Kinderhauser Druck geschuldet war. Insgesamt war ich mit seiner Leistung zufrieden.“


Keeper Dömer will es noch mal sehen


Weiteres Selbstkritik-Beispiel: Torwart-Gigant Luca Dömer. „Er hat mich heute angeschrieben und gefragt, ob ich ihm das Video vom Spiel besorgen kann“, verriet Wiethölter am Montag. Vor allem eine Szene wollte sich der Keeper noch mal angucken: das Gegentor zum 2:2, als Westfalias Jendrik Witt nach Langelages Stockfehler aus etwa 14 Metern abzog. Wiethölter: „Luca meinte, wenn der Ball ins kurze Eck geht, ist der Torwart immer beteiligt.“ Doch auch ihn nimmt der Coach in Schutz, sagt über den Schuss: „Das war ein Kanonenschlag von gefühlt 150 km/h.“


Dickes Lob vom Gegner


Über die gesamten 90 Minuten ließ Borussia gegen Westfalias starke Offensive hinten wenig zu. Doch auch nach vorne hin wusste der Gastgeber vor allem mit seinem Flügelspiel immer wieder zu gefallen. Das wunderte Kinderhaus-Coach Ahmad Massih Wassey. Der war aus früheren Duellen anderes gewohnt. Wiethölter: „Wir haben uns nach dem Abpfiff noch lange unterhalten. Er meinte zu mir, sie hätten nicht erwartet, dass wir solche spielerischen Akzente nach vorne setzen. Sonst sei Emsdetten immer so eine Art graue Maus gewesen, eklig zu bespielen. Er habe erstmals das Gefühl gehabt, dass der Gegner mitzocken will.“

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