Borussias Frauen unterliegen Hauenhorst
Kurz vor Schluss des Testspiels am Samstag gegen Westfalenligist Hauenhorst bediente Borussin Eva Lukasiewicz (l.) mit einem starken Steckpass Kim Wolters, die zum 2:3-Endstand traf. | Foto: Thomas Strack
Er sah am Freitag und Samstag intensive Einheiten, auch die Besprechungen zu organisatorischen Dingen machten deutlich, dass die Truppe an einem Strang ziehen will. In puncto Zielsetzung waren sich alle einig, so Röber, „dass wir oben mitspielen wollen. Die Mannschaft hat die entsprechende Qualität.“
Das zeigte sie auch beim Testspiel am Samstag. „In den ersten 30 Minuten haben wir es fußballerisch viel besser gelöst als Germania Hauenhorst“, sagte Röber, der in der Vorbereitung den Fokus auf einen guten Spielaufbau legt. Das sah gegen den eine Liga höher spielenden Gast schon sehr gut aus. In der ausgeglichenen ersten Halbzeit verpasste Kim Wolters das 1:0, als sie frei vorm Kasten nur die Latte traf.
Röber: „Das ärgert mich“
Nach der Pause brachte Lina Jäger den Westfalenligisten durch einen umstrittenen Handelfer in Führung (56.). Röber: „War zwar nur ein Testspiel, aber das ärgert mich. Meiner Spielerin wurde der Ball aus 30 Zentimetern an die Hand geschossen. Der Elfer hat uns ein bisschen das Genick gebrochen.“ Berit Richter (72.) und Leni Lynn Bolsmann (80.) legten zum 0:3 nach.
Röber sprach seinem Team aber ein „Riesenkompliment“ aus, dass es trotz eines dünnen Kaders, schwerer Trainingslager-Beine und Hitze noch mal zurück kam. Kristin Wissing verkürzte durch einen direkten 24-Meter-Freistoß, ehe Kim Wolters nach Steckpass von Eva Lukasiewicz zum 2:3-Endstand traf (90.+2).
„Eine Frechheit!“ Schiri wehrt sich nach Kritik Borussen-Frauen: Ärger um einen Elfer -mho-EMSDETTEN.
Das will er so nicht stehen lassen. Am Montag meldete sich Schiedsrichter Clemens Gude bei unserer Redaktion. Er hatte am Samstag das Testspiel zwischen Borussia Emsdettens Landesliga-Fußballerinnen und Westfalenligist Germania Hauenhorst (2:3) geleitet. Borussias Niederlage leitete dabei ein Handelfmeter in der 56. Minute ein. Trainer Birger Röber beschrieb die Entstehung gegenüber der EV (war nicht vor Ort) so: „Es war zwar nur ein Testspiel, aber das ärgert mich. Meiner Spielerin wurde der Ball aus 30 Zentimetern an die Hand geschossen.“ Eine Schilderung, die Referee Gude gelinde gesagt verwundert: „Eine Frechheit. Da geht mir die Hutschnur hoch. Und so was in einem Freundschaftsspiel.“ Gude erlebte die Szene komplett anders. Eine Hauenhorsterin habe den Ball von außen in Emsdettens Strafraum geflankt. „Es war keine besonders scharfe Flanke. Der Ball wurde auch nicht abgefälscht. Er sprang ein mal auf und dann Emsdettens Spielführerin (Franziska Leusmann) an die Hand.“ Die sei nicht am Körper angelegt gewesen. Gude: „Die Spielerin hätte alle Zeit der Welt gehabt, die Hand wegzunehmen. Ich will nicht sagen, dass es Absicht war. Es war einfach ein Handspiel.“ Leusmann habe noch kurz reklamiert und erklärt, der Ball sei ihr an die Hüfte gesprungen, ehe sie das Handspiel doch eingeräumt habe. Gude: „Es hat sich auch keine Spielerin beklagt, nur der Trainer.“ Den habe er vor der Elfer-Ausführung zur Ordnung rufen müssen. Der Unparteiische über die Handspiel-Szene: „Ich stand zehn Meter entfernt, hatte gute Sicht. Der Trainer stand 50 Meter weg. Entweder hat er es falsch gesehen oder eine sehr dicke Vereinsbrille auf.“ Gude betont: Wenn in der Presse (unberechtigt) auf Referees eingeprügelt werde, „dann muss man sich nicht beklagen, wenn jüngere Schiedsrichter die Lust verlieren. Ich selbst kann damit leben, ich habe ein dickes Fell.“ Der 61-Jährige ist seit über 40 Jahren als Fußballtrainer unterwegs (u.a. coachte er 2022/23 Hauenhorsts Frauen, heute Westfalia Bilks B-Liga-Männer). Seit eineinhalb Jahren ist Gude zudem Schiri. Borussen-Trainer Röber wiederholt am Montag: „Da, wo ich gestanden habe, habe ich alles gesehen, aber kein strafbares Handspiel.“ Ja, der Ball sei von außen in den Sechzehner geflankt worden. Doch nach seiner Wahrnehmung, so Röber, war kurz vorm Handspiel noch eine Hauenhorsterin mit dem Fuß am Ball. Andere Beobachter in seiner Nähe hätten es ähnlich gesehen. Röber („vorm Tor war viel Gewusel“) räumt ein, dass Schiri Gude womöglich eine bessere Sicht hatte. Borussias Coach stört jedoch, dass er nach seiner Beschwerde im Spiel direkt zurechtgewiesen worden sei: „Wir Trainer dürfen ja nichts mehr sagen, sonst werden wir direkt gesteinigt.“

