Das große Finale

28.05.2025

Frauenfußball: Borussia will den Kreispokal gewinnen

Nach etlichen Jahren wollen Borussia Emsdettens Frauenfußballerinnen mal wieder den Kreispokal gewinnen. Am Mittwochabend um 19 Uhr treten sie im Endspiel bei Landesliga-Rivale Langenhorst/Welbergen an.

Am 30. April verloren Borussias Frauen mit Top-Talent Anni Wolters (l.) das Landesliga-Duell bei Langenhorst/Welbergen mit 0:1. Auf dem dortigen Kunstrasen müssen die Emsdettenerinnen am Mittwochabend um 19 Uhr erneut antreten, der Sieger des Kreispokal-Endspiels ist für den Westfalenpokal qualifiziert. | Foto: Thomas Strack

Wann Borussia Emsdetten zum bisher letzten Mal den Frauen-Kreispokal gewonnen hat? Weiß Trainer Birger Röber nicht. „Habe ich mich auch nicht mit beschäftigt.“ In den vergangenen Jahren jedenfalls nicht, denn da scheiterte sein Team in Halbfinale oder Finale stets an Kreis-Gigant und Westfalenligist Hauenhorst. Doch der Seriensieger ist diesmal aus dem Rennen, verlor völlig überraschend im Halbfinale bei Langenhorst/Welbergen. Dort muss am Mittwoch um 19 Uhr die Borussia antreten. Zum großen Endspiel zweier Landesligisten. Der Ausgang ist völlig offen.


„Klar ist das ein besonderes Spiel. Es ist ein Pokalfinale“, unterstreicht Röber. Mit der Mannschaft hat er aber bewusst wenig über die Partie gesprochen, hat bei den jüngsten Trainingseinheiten viel auf Spaßfaktoren gesetzt. Denn seine Truppe soll das Highlight „genießen und mit einer gewissen Leichtigkeit angehen, keine Angst vor Fehlern haben“.

Der Coach erwartet „ein intensives, attraktives, enges Pokalfinale, in dem Kleinigkeiten entscheiden. Langenhorst ist aber ein Stück weit Favorit.“ Dafür sieht er mehrere Gründe. Zum einen hat Borussia in der Landesliga als Tabellen-Fünfter satte neun Punkte weniger geholt als der Gegner auf Rang vier. Zudem verlor Emsdetten Hin- und Rückspiel jeweils mit 0:1. „Der einzige Gegner, gegen den wir in dieser Saison kein Tor geschossen haben“, stellt Röber fest. Entsprechend weiß er um Langenhorsts Defensivstärke. Doch auch offensiv hätten sie mit ihren schnellen Spielerinnen und gefährlichen Standards einiges zu bieten. Röber: „Wir haben uns einige Gedanken gemacht, was wir gegen sie besser machen können als in der Liga.“


Was ebenfalls für die Langenhorsterinnen spricht: Dank des durch die Auslosung zu Saisonbeginn festgelegten Turnierbaums genießen sie Heimrecht, kennen ihren kleinen, stellenweise rutschigen Kunstrasen ganz genau. Röber will diesen möglichen Nachteil nicht thematisieren, sagt nur: „Ich fände es besser, wenn die Pokalendspiele von Männern und Frauen am selben Tag und am selben Ort nacheinander stattfänden. So wie im Kreis Tecklenburg, wo man sich um die Ausrichtung bewerben kann und wo am Finaltag immer etliche Zuschauer kommen. So eine Aufwertung hätte der Frauenfußball verdient.“


„Unwichtig wie ein Stück Brot“


Die letzten vier Liga-Spiele hat Borussia zwar alle verloren, doch da war bereits merklich die Luft raus. Das wird jetzt im Finale anders sein. Bis auf die Langzeitverletzten sind alle dabei. Röber über einen möglichen Pokaltriumph: „Ich würde mich für Borussia und jedes einzelne Mädel freuen. Meine eigene Person ist unwichtig wie ein Stück Brot.“


Blick auf den Gegner:


  • Langenhorst/Welbergens Trainer Jörg Heckmann über Endspiel-Gegner Borussia: „Emsdetten ist eine starke Mannschaft mit vielen guten Spielerinnen. Das wird nicht einfach.“ Zwar hat sein Team alle bisherigen Vergleiche in dieser Saison mit 1:0 gewonnen (zweimal in der Landesliga, dazu im Halbfinale der Hallenkreismeisterschaft), dennoch meint Heckmann: „Der Favorit sind wir trotz dieser Serie ganz bestimmt nicht. Aber wir wissen, wie wir die Borussia besiegen können.“
  • Dem Anlass entsprechend weitet die Spielvereinigung am Mittwoch ihr Catering aus. Neben Bratwürstchen und den obligatorischen Kaltgetränken öffnet erstmals eine Aperol-Bar.
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