Ohde köpft Borussia zur Rettung

19.05.2025

1:0 in Peckeloh: Klassenerhalt perfekt

„MAAARKUUUS!“ In der 45. Minute brüllte Borussia Emsdettens Trainer Roland Westers den Vornamen seines Spielers Weidel quer über den Platz des SC Peckeloh. Es war aber kein Anschiss, sondern eine Forderung.

Von Marius Holthaus -Emsdetten · Fußball -Sonntag, 18.05.2025
 

Komm‘ in meine Arme, Junge! Borussia Emsdettens Trainer Roland Westers schnappt sich seinen Kapitän Hendrik Ohde, der am Sonntag in Peckeloh den 1:0-Siegtreffer köpfte (45. Minute). | Foto: Marius Holthaus

Kurz vor der Pause gab es Ecke für Borussia. Von dieser linken Seite hatte wenige Minuten zuvor Julian Dirks einen Standard geschossen und trabte auch jetzt wieder zur Ecken-Ausführung. Vorgesehen war jedoch Weidel! „Die Jungs haben Jule wohl gesagt, er solle wieder schießen. Aber wenn die Ansage so ist, dann ist sie so“, unterstrich Westers seine Standard-Einteilung. Seine unüberhörbare „MAAARKUUUS!“-Gedächtnisstütze kam bei den Jungs jedenfalls deutlich an, Dirks ließ die Finger vom Ball, den stattdessen Weidel mit seinem starken rechten Fuß scharf an den Fünfer zog. Kapitän Hendrik Ohde stieg am kurzen Pfosten am höchsten und versenkte die Kugel im langen Eck. Borussias 1:0-Siegtreffer, Borussias Rettung! Der Klassenerhalt ist dank Nieheims zeitgleicher 0:2-Niederlage in Hiltrup zwei Spieltage vor Schluss geschafft.


SC Peckelohs Trainer Markus Kleine-Tebbe nach der Heimschlappe am Sonntag: „Es war klar, wenn Borussia ein Tor macht, dann durch Hendrik Ohde nach einem Standard. Einer der besten Kopfballspieler der Liga.“


„Unfassbar gute Defensivleistung“


Schlüssel zum Erfolg, so Westers, „war unsere unfassbar gute Defensivleistung“. Die große Ausnahme gleich in der 8. Minute: Emsdetten bot ein einziges Mal zu große Lücken an, Peckelohs Tom Haßheider bediente rechts im Strafraum Leandro Ricker Rasteiro, der den Ball an den kurzen Innenpfosten zimmerte, von wo er ins Feld zurücksprang. Keeper Luca Dömer schaute fasziniert nur hinterher. Westers nach dem Abpfiff: „Ein 190-km/h-Schuss, der Pfosten wackelt immer noch.“

 

Die Gäste gaben beim Favoriten SC Peckeloh alles, hier landet Jule Hölscher am Boden, nahm am Ende aber mit Borussia Emsdetten alle drei Punkte mit. | Foto: Marius Holthaus

Ansonsten überließ der Außenseiter dem Tabellenfünften zwar das Spiel, ließ hinten aber so gut wie nichts zu. Und sorgte immer wieder mit Gegenstößen und Standards für Entlastung, war dabei aber ebenfalls meist harmlos, weil die Präzision fehlte oder der Mitspieler nicht mitdachte.


So wurde es ein chancenarmes, aber durchaus intensives Spiel. Disziplinierte, organisierte, höchst engagierte Borussen brachten Peckeloh allmählich zur Verzweiflung. Den Hausherren fiel nichts ein. Innenverteidiger Ohde köpfte hinten alles weg, ließ gemeinsam mit seinen Nebenleuten einfach nichts anbrennen.


Peckeloh versuchte alles. In der Schlussphase ging Keeper Robin Brüseke bei Standards mit nach vorne – vergebens. In der vierminütigen Nachspielzeit hätte der eingewechselte Borusse Konstantin Baans die Zitterpartie mit dem 2:0 beenden können, doch von Tobias Klostermann und Silas Burke freigespielt, zielte er knapp daneben. Kurz danach ertönte der Abpfiff, erleichterte Borussen fielen sich in die Arme. Klassenerhalt perfekt!

 

Die Trainerstimmen

„Wir wussten, dass es ein zähes Spiel wird“, bilanzierte SC Peckelohs Trainer Markus Kleine-Tebbe nach der 0:1-Heimniederlage. „Wir hatten viel den Ball, waren aber im Spielaufbau zu langsam und unsauber, haben unfassbar viele Fehler gemacht, haben schlecht geflankt.“ In der Offensive hätten seiner Mannschaft zudem die zündenden Ideen gefehlt. Kleine-Tebbe: „Eines unserer schlechtesten Heimspiele der letzten Wochen. Dann hat man es auch nicht verdient. Die Borussen haben gekämpft und sich reingeschmissen.“

 

Borussen-Trainer Roland Westers: „Ein unfassbar wichtiger Sieg. Ein Endspiel nächste Woche brauchst du nicht, den Druck haben die Jungs zum Glück mit dem Sieg heute von sich genommen. Wir haben überragend gegen den Ball gespielt. Dass man bei uns mit Ball im letzten Drittel die Verunsicherung gesehen hat, ist klar, ist jetzt aber egal.“ Dass Weidel mit seiner Ecke den Siegtreffer vorbereitet hat, „freut mich für Markus besonders. Er hat in den letzten Wochen den größten Sprung von allen gemacht, ist in der Liga angekommen.“

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