Hat Borussias Nullnummer was Positives?

12.05.2025

Westfalenliga: Torloses Remis gegen Delbrück

Fußball-Westfalenligist Borussia Emsdetten kam am Sonntag zu Hause gegen den Tabellenvorletzten SC Delbrück nicht über ein 0:0 hinaus. Da aber der Drittletzte Nieheim verlor, verbesserte sich Borussias Situation im Abstiegskampf.

Von Christoph Niemeyer -Emsdetten · Fußball -Sonntag, 11.05.2025 - 19:07 Uhr
 

Borussia-Kapitän Hendrik Ohde (2.v.links) sorgte mit seiner Kopfballstärke dafür, dass der Laden hinten „dicht“ blieb. Am Ende trennten sich Detten und Delbrück 0:0. | Foto: Thomas Strack

Die CDU-Delegation, angeführt von Bürgermeister-Kandidat Daniel Hellwig, die am Sonntagnachmittag von Borussias Vize Klaus Wilp durchs Walter-Steinkühler-Stadion geführt wurde, bekam nebenbei wahrlich keinen fußballerischen Leckerbissen angeboten. 0:0 endete eine insgesamt enttäuschende Westfalenliga-Partie zwischen den Borussen und dem Tabellenvorletzten SC Delbrück.


Dennoch konnte Borussia-Trainer Roland Westers der Partie etwas Positives abgewinnen: „Die Situation ist besser als in der vergangenen Woche“, fasste er korrekt zusammen. Die Dettener haben als Zwölfter nun fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang, wenn man davon ausgeht, dass der 1. FC Nieheim die drei Punkte seiner 2:4-Niederlage gegen Bockum-Hövel am „Grünen Tisch“ bekommt (siehe Artikel unten).


Sehr fehlerhafte Partie


Bei Borussia kehrte Stürmer Silas Burke ins Team zurück. Seine Gesichtsverletzung schützte er durch eine schwarze Maske. Konstantin Baans musste für ihn auf die Bank. Die Partie der beiden Westfalenliga-Kellerkinder war sehr fehlerbehaftet, beide Teams wirkten unsicher. Bei Borussia trieb der gute Vincent Schulte über die linke Seite an, auch auf Kapitän „Henni“ Ohde war in der Defensive Verlass. Ihren Teamkollegen hingegen gelang nur selten Sehenswertes.


In der 12. Minute zwang Henrik Laumann den Gäste-Keeper zu einer Glanztat. Attila Szabo scheiterte aus kurzer Distanz am SCD-Torhüter (22.), der auch Szabos Versuch aufs kurze Eck parierte (36.) und Glück hatte, dass eine missglückte Schulte-Flanke nur den Außenpfosten touchierte (37.).


Ja, Borussia hatte ein Chancenplus in der 1. Hälfte. Doch Delbrück hatte durch Prepelita (11.) eine gute Chance und das Pech, dass Schulte den effetvollen Eckstoß von Franz für seinen geschlagenen Keeper Luca Dömer per Kopf auf der Torlinie klärte (40.).


In der 55. Minute zog Laumann aus der Distanz ab, das Netz zappelte, die Borussen-Fans auf der Tribüne jubelten – aber nur kurz. Der Ball landete am Außennetz. Dann war das Tor fällig, als ein Dirks-Schuss von einem Delbrücker maßgerecht für Burke abgefälscht wurde. Doch der Borusse verzog frei vor der Bude aus acht Metern kläglich (71.). Fünf Minuten später setzte sich Markus Weidel auf rechts durch. Seine Flanke nahm der eingewechselte Tobias Klostermann direkt – Latte! Es sollte nicht sein. Auch weil Arne Moselage den Kopf wegzog, statt die Laumann-Flanke einzunicken (84.) und Hölscher sich in der Nachspielzeit nicht traute, von der Mittellinie aus den weit vor seinem Kasten stehenden SCD-Torhüter zu überlupfen.


Borussia zittert sich durch die Nachspielzeit


So musste Borussia noch zittern. Doch Dömer boxte den Freistoß von Delifer (90.+5) aus dem linken Winkel und im Anschluss war dreimal ein Borussen-Bein bei SCD-Abschlüssen dazwischen. Es blieb beim 0:0.


Wenn der Borussen-Vorstand die CDU-Delegation davon überzeugen konnte, den dringend benötigten Kunstrasenplatz am Teekotten politisch (und finanziell) zu unterstützen, dann hätte dieser Nachmittag trotz der Nullnummer auf dem Rasen doch noch was Positives.

Trainerstimme

 

Da Delbrücks Trainer Detlev Dammeier auf das Pressegespräch nach der Partie verzichten wollte, hier nur der Kommentar von Borussia-Trainer Roland Westers zum 0:0 gegen den SCD: „Wenn man die Endphase der Nachspielzeit sieht, muss man sagen: Gott sei Dank, dass es beim 0:0 geblieben ist. Sieht man das gesamte Spiel, dann hatten wir klar die besseren Chancen, haben das Tor aber nicht gemacht und deshalb nur diesen einen Punkt geholt. Aber: Diesen Punkt hat Nieheim, das mit 1:6 gegen Soest verloren hat, heute nicht geholt! Daher hat sich unsere Situation im Abstiegskampf der Westfalenliga im Vergleich zur Vorwoche auf jeden Fall verbessert.“

 

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