Westfalenliga: Spätes 1:1 in Hiltrup
90.+8: Quibeldey lässt Borussia eskalieren
Paul Quibeldey(Bild) riss die Eckfahne heraus und schmiss sie vor Freude durch die Luft, seine Teamkollegen und das Trainerteam ließen den Torschützen kurzzeitig in einer Jubeltraube verschwinden. Die Gelbe Karte für seine unorthodoxe Feierei nahm er mit einem Lächeln hin und meldete sich sogar freiwillig beim Unparteiischen. In der achten Minute der Nachspielzeit hatte der Joker seiner Borussia aus Emsdetten ein 1:1 (0:0) und damit einen Punkt bei Westfalenliga-Spitzenreiter TuS Hiltrup gesichert.
„Mehr wert als jeder Sieg“
Und das, obwohl die Münsteraner den Gästen ebenfalls erst in der Nachspielzeit – diesmal in Minute sechs – den vermeintlich entscheidenden Treffer eingeschenkt hatten. „Unser spätes 1:1 spricht ein bisschen dafür, dass es einen Fußballgott gibt“, meinte Borussia-Coach Roland Westers. „Dieser Punkt ist mehr wert als fast jeder Sieg in dieser Saison. Es geht nicht nur um den Zähler, sondern um die Art und Weise, wie sich das Spiel entwickelt hat.“
Seine Elf verteidigte vor allem im ersten Durchgang kompakt, aufmerksam und lauffreudig. Hiltrup hingegen agierte pomadig und ideenlos, kam nur durch einen Fernschuss von Alexander Gockel (7.) und einen Kopfball von Sören Jankhöfer (22.) zu guten Szenen.
Die Borussia hingegen schaltete immer wieder gefährlich um, auf der linken Seite sorgten Vincent Schulte und Laurentiu Tuca für Betrieb. Letzterer entwischte Lukas Berger einmal stark, doch Konstantin Baans verpasste im Zentrum die Hereingabe (14.). Auch Schulte (38.) und Markus Weidel (45.+2) ließen ihre Halbchancen ungenutzt.
Westers: „Es war vorab klar, wie das Spiel laufen würde, aber gerade in der zweiten Halbzeit hätte ich mir ein bisschen mehr Entlastung gewünscht.“ Hiltrup drängte nun, verlegte sich zunehmend auf Hereingaben aus dem Halbfeld. Zudem segelten im Minutentakt Eckbälle und lange Einwürfe von Joschka Brüggemann in den Strafraum, doch Abwehrchef Hendrik Ohde hatte stets den Schädel dazwischen.
Dömer hält Elfmeter
Hiltrup ließ zahlreiche Gelegenheiten aus, die beste bot sich Gockel per Elfmeter nach Foul des eingewechselten Mats Hagel an Peter Effing, doch der TuS-Kapitän scheiterte an Luca Dömer, der stark ins rechte Eck abtauchte (78.).
„Der Druck wurde immer größer und damit das Gefühl, dass es gleich klingeln würde – so kam es dann auch“, sagte Westers und meinte den Kopfballtreffer von Jankhöfer (90.+6). Ekstase in Hiltrup, doch Westers rief seinen Jungs zu: „Einen Angriff haben wir noch.“
Die letzte Aktion
Und tatsächlich: Einen langen Ball klärten die Hausherren unglücklich ins Zentrum, Quibeldey nahm Maß und traf aus 20 Metern fulminant unten links ins Eck (90.+8). „Selten hat ein Spieler ein Tor so verdient gehabt“, sagte Westers. „Paul hat zuletzt ganz wenig gespielt und ist bei allem verständlichen Frust immer ein absoluter Teamplayer geblieben.“
Er sorgte nun dafür, dass seine Borussia die Niederlagenserie nach sechs Pleiten am Stück gestoppt hat. Weil die Verfolger Neuenkirchen (2:2 gegen Mesum) und Nieheim (4:4 gegen Rödinghausen II) ebenfalls punkteten, bleibt der Abstand nach unten konstant.
TuS Hiltrup - Borussia Emsdetten1:1 (0:0)
Tore: 1:0 Jankhöfer (90.+6), 1:1 Quibeldey (90.+8)
Borussia: Lu. Dömer – Weidel, Hölscher, Schnieders, Ohde, Schulte – Dirks (73. Hagel), Szabo (90. Sommer), Tuca – Baans (85. Moselage), Laumann (87. Quibeldey)

