Borussia Emsdetten soll Plätze selbst pflegen

02.05.2025
Sportausschuss stimmt für Neuregelung In den vergangenen Wochen gab es Ärger um den schlechten Zustand der Fußballplätze von Borussia Emsdetten. Jetzt hat der Sportausschuss eine Neuregelung auf den Weg gebracht, wonach sich nicht mehr die Stadt, sondern der Verein selbst um die Platzpflege kümmern soll. Von Marius Holthaus -Emsdetten · Fußball Donnerstag, 01.05.2025 - 12:00 Uhr Skeptisch beäugt Borussia Emsdettens Westfalenliga-Trainer Roland Westers am Rande des Heimspiels gegen Wesfalia Soest Ende März den Hauptplatz im Walter-Steinkühler-Stadion. | Foto: Thomas Strack Roland Westers war stinksauer. Den Hauptplatz im heimischen Walter-Steinkühler-Stadion bezeichnete Borussia Emsdettens Westfalenliga-Trainer als „katastrophal“, den huckeligen Trainingsplatz gar als „gesundheitsgefährdend“. Das war Ende März. Künftig soll es derartige Beschwerden nicht mehr geben. Denn am Dienstagabend gab der Sportausschuss der Stadt grünes Licht, dass Borussia die Platzpflege in Eigenverantwortung übernehmen soll. „Alle Fraktionen waren dafür“, erklärt der Erste Beigeordnete Elmar Leuermann zum einstimmigen Votum. 53.000 Euro pro Jahr Heißt im Klartext: Die Stadt stellt dem Verein jährlich 53.000 Euro zur Verfügung, mit denen er einen Platzwart oder eine Platzwartin beschäftigen und im Falle von Urlaub oder Krankheit auch die Vertretungsdienste sicherstellen kann. Leuermann spricht von einer „Win-Win-Lösung“. Denn selbst wenn man mit einrechne, dass die genannte Summe durch die üblichen Lohnkostensteigerungen nach und nach anwachsen wird, spare die Stadt Geld. Grund: Die vorherigen Personalkosten für den Platzwart im Walter-Steinkühler-Stadion betrugen 59.000 Euro. Der städtische Angestellte Dietmar Hase ging aber vor wenigen Monaten in den Ruhestand, seither übernahmen andere Beschäftigte des Baubetriebshofs oder der Grünflächenpflege seine Aufgaben. Nur leider wohl nicht mit derselben Hingabe wie Hase, der über die Jahre eine tiefe Verbundenheit zur Borussia und ihrem Stadion aufgebaut hatte und vermutlich auch „über den Arbeitsvertrag hinaus im Einsatz war“, so Leuermann. Hase hinterließ also eine große Lücke, die Borussia nun selbstständig füllen kann und dadurch mehr Flexibilität bei der Platzpflege erhalten soll. Wer den Job übernimmt, das sei „Sache des Vereins“, so Leuermann. Zunächst muss der Beschluss vom Dienstag aber noch am 8. Mai im Hauptausschuss und am 15. Mai im Rat durchgewunken werden, was Formsache sein dürfte. Gute Erfahrungen bei 05 und Fortuna Künftig geht die Stadt bei Borussia somit denselben Weg, mit dem sie schon bei 05 und Fortuna positive Erfahrungen gesammelt hat. Beide Vereine erhalten ebenfalls finanzielle Zuschüsse, um selbstständig Platzwarttätigkeiten zu erledigen. Die Summe richtet sich nach dem vertraglich vereinbarten Tätigkeiten-Katalog. Bei den Nullfünfern etwa fällt die finanzielle Unterstützung etwas höher aus, da sie sich im Salvus-Stadion um absolut alles selber kümmern. Bei Borussia hingegen würde zum Beispiel im Falle von Arbeiten, die schweres Gerät erfordern, auch künftig die Stadt anrücken. Der Vertrag soll laut Beschluss eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren haben. Mit einer Evaluation nach drei Jahren, dann also soll bewertet werden, wie zufrieden beide Seiten sind. Borussia hatte sich im Vorfeld mit der Verwaltung bezüglich der Platzpflege in Eigenregie ausgetauscht. Dass die am Dienstag nun zumindest schon mal auf den Weg gebracht wurde, darüber zeigt sich Geschäftsführer Stefan Westers „natürlich erfreut“. Mehr möchte er aber erst sagen, wenn die Entscheidung endgültig durch den Rat „und die Tinte unterm Vertrag trocken“ ist.
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