Sehr wahrscheinlich wird das nicht am kommenden Sonntag klappen. Denn da geht‘s zum TuS Hiltrup. Der Spitzenreiter hat im Aufstiegskampf selbst nichts zu verschenken. Dennoch sagt Borussen-Trainer Roland Westers: „Hiltrup kommt zur rechten Zeit. Keiner erwartet was von uns.“ Seine verunsicherte Mannschaft könne also befreit aufspielen, hat zumindest in dieser Partie eh nichts zu verlieren.
Wie geht‘s mit Uphoff/Holöchter weiter?
Ganz anders sah das am vergangenen Sonntag gegen den 1. FC Nieheim aus. Gegen den Tabellen-Drittletzten kassierten verkrampfte Hausherren eine 0:2-Heimpleite, der Vorsprung auf die Abstiegsränge schmolz auf sieben Zähler zusammen. Für diese wichtige Partie hatte Westers extra zwei alte Haudegen zurück in den Kader geholt. Tom Holöchter, der in dieser Saison wegen Knieproblemen nur noch sehr sporadisch zur Verfügung steht, kam in der 69. Minute für Konstantin Baans, sollte mithelfen, zumindest das 0:0 ins Ziel zu bringen, wenn nicht gar mehr. Doch drei Minuten später fing sich Emsdetten das 0:1 (72.).
In der 78. Minute wechselte Westers dann Innenverteidiger Moritz Uphoff, der 2024 aus Altersgründen aufgehört hatte, für Flügelspieler Laurentiu Tuca ein. Zu dem Zeitpunkt ging Borussia im Kampf ums Remis Risiko, Abwehrchef Hendrik Ohde war nur noch vorne zu finden, Uphoff sollte hinten absichern. Zwei Minuten später aber verlor Arne Moselage in der gegnerischen Hälfte den Ball, beim anschließenden Nieheimer Sturm aufs Borussen-Tor konnte auch Uphoff nur zugucken, wie Tobias Puhl volley zum 2:0-Endstand abschloss (80.).
„Am Ende ist es nur Fußball“
Westers, der die Niederlage danach „erst mal sacken lassen“ musste, plant gegen Tabellenführer Hiltrup nicht mit Uphoff/Holöchter. Vielleicht klappe es aber eine Woche später im erneut so wichtigen Heimspiel gegen Schlusslicht Delbrück wieder. Wobei Uphoff gute Gründe hätte, abzusagen: „Moritz heiratet am Tag davor“, weiß Westers, dass es neben Borussias Abstiegskampf noch andere wichtige Dinge im Leben gibt. „Am Ende ist es nur Fußball.“
Und doch will sich die Borussia mit allem, was sie hat, gegen den Rückfall in die Landesliga stemmen. Dazu gehört auch, ihren Toptorjäger Silas Burke (8 Saisontreffer) noch in dieser Saison zurück auf den Platz zu kriegen. Nach seinem vor eineinhalb Wochen in Rödinghausen erlittenen Nasenbeinbruch konnte er gegen Nieheim nur zuschauen. Zurzeit laufen die bürokratischen Bemühungen, Burke über die VBG (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft) eine Gesichtsmaske zu finanzieren. Ohne geht es nicht.