-mho-EMSDETTEN. Borussia Emsdetten im freien Fall. Um den zu stoppen, gibt Roland Westers seiner Truppe am Dienstag frei. Statt Training stehe „Wunden lecken und Köpfe freikriegen“ an. Körper und Geist brauchen nach vier Pleiten in Serie eine Pause. Zwar hat der Westfalenligist noch immer elf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Doch der wird durch zwei Nachholspiele im Tabellenkeller weiter schrumpfen.
Da wundert es nicht, dass die Borussen am Sonntag am Rande ihrer eigenen 1:2-Niederlage beim FSC Rheda interessiert verfolgten, dass der Tabellendrittletzte Nieheim in Nottuln 4:1 führte – und sich trotz langer Überzahl (ein Nottulner hatte in der 3. Minute glatt Rot gesehen) in der Nachspielzeit noch das 4:4 fing. „Wir haben nicht ,Scheiße‘ geschrien“, sagt Westers dazu, dass der Vorsprung auf Nieheim einigermaßen stabil blieb.
Stabil trat Borussia in Rheda anfangs gar nicht auf. Weil mit Henrik Laumann und Kai Deradjat zwei potenzielle Zehner fehlten, musste Markus Weidel auf der für ihn ungewohnten Position ran, blieb völlig blass. „Kein Vorwurf an Markus. War mein Fehler“, so Westers. Weidel sollte seine Eins-gegen-eins-Qualitäten gegen Rhedas Sechser Nils Müller ausspielen, kam aber nie in entsprechende Situationen. „Die Idee ist nicht aufgegangen“, so Westers, „wir waren viel zu sehr damit beschäftigt, gegen den Ball zu arbeiten.“ Die vielen Fehler im Spielaufbau seien auch eine Folge der Verunsicherung im Team.
Noch vor der Pause musste Weidel Platz machen für Attila Szabo. Prompt sah Borussias Statik nach einigen Positionswechseln besser aus. Warum hatte Westers diese Formation nicht von Beginn an aufs Feld geschickt? Zunächst mal sei man hinterher immer klüger, antwortet er. Und: Szabo hatte in den Tagen zuvor Knieprobleme, sein Einsatz war fraglich.
Zudem steckte auch ein Plan dahinter, dass Vincent Schulte, den man sonst nur auf der linken Bahn sieht, diesmal rechts offensiv begann. Er sollte mit seinem Tempo die pfeilschnellen Brüder Justus und Jakob Kappel-Sudbrock einfangen. Nach Weidels Auswechslung übernahm Schulte dann für ihn auf der Zehn, machte es gut. Dennoch sagt Westers: „Man kann die Umstellung auch als falsch bezeichnen.“ Denn nach Schultes Positionswechsel kassierten die Borussen beide Gegentore (57., 67.) über ihre rechte Seite, dabei spielten jeweils die Kappel-Sudbrock-Brüder mit ihrer Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle.
Nachdem Borussia in der Hinrunde vom Verletzungspech verschont geblieben war, hat es in der Rückserie voll zugeschlagen. Julian Dirks, Attila Szabo, Mats Hagel und Laurentiu Tuca sind zwar mittlerweile zurück, aber noch nicht bei 100 Prozent. Am kommenden Sonntag bei Rödinghausen II muss Borussia weiter auf die verletzten Deradjat, Laumann und Tobias Klostermann verzichten. Trotz allem soll der freie Fall dort enden.

