Danach wurde schnell deutlich, wie schmerzlich die Borussen ihre Ausfälle vermissten. Die ordnenden und Gefahr bringenden Pässe von Mittelfeld-Drahtzieher Kai Deradjat fehlten. Für den ebenfalls verletzten Henrik Laumann spielte Markus Weidel auf der Zehn, das Spiel lief völlig an ihm vorbei. Und so endeten Borussias Offensivbemühungen, kaum dass sie begonnen hatten. Dabei hätte Emsdettens Defensive ein wenig mehr Entlastung gutgetan, laufend geriet sie gegen Rhedas schnelle Leute ins Wanken. Kelvin Kleins Schuss klatschte auf die Latte (6.), Fouad Aghnimas Freistoß parierte Keeper Luca Dömer (9.), der auch bei Jakob Kappel-Sudbrocks Schlenzer stark mit den Fingerspitzen noch dran war (11.). Dass Borussias Innenverteidiger Mats Hagel und Hendrik Ohde nach 13 Minuten beide schon Gelb gesehen hatten, ist ein Ausdruck des Abwehrkampfs.
Borussen-Trainer Westers: „Bitter“
Nach Rhedas Anfangs-Feuerwerk konnte Emsdetten die Partie ein wenig beruhigen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit präsentierten sich die Gäste dann – auch offensiv – deutlich stabiler. Für Weidel, der bereits in der 35. Minute für Attila Szabo Platz machen musste, rückte jetzt Vincent Schulte von der rechten Bahn auf die Zehn. Szabo ging auf die Sechs für Julian Dirks, der wiederum auf rechts übernahm. Trainer Roland Westers: „Bitter! Du kommst gut aus der Kabine – und mit Rhedas erstem Angriff in der zweiten Halbzeit kriegen wir direkt das 0:1.“ So war es passiert: Justus Kappel-Sudbrock hatte auf der linken Angriffsseite Doppelpass mit Bruder Jakob gespielt, den Ball dann in die Mitte zu Fouad Aghnima gepasst, der Dömer überwand (54.). Nur zwei Minuten später blieb der Schlussmann in diesem Duell wieder Sieger, fischte Aghnimas Freistoß aus dem Winkel. Doch nach Dirks‘ Fehlpass im Spielaufbau war der pfeilschnelle Justus Kappel-Sudbrock auf und davon und stellte auf 2:0 (67.).
Auch danach konterte Rheda immer wieder gefährlich. Dass die Hausherren bis in die sechsminütige Nachspielzeit hinein um den Sieg zittern mussten, lag an ihrer Abschlussschwäche und Dömer. Der alleine kann aber keine Spiele gewinnen.