EVZ Marius Holthaus
EMSDETTEN. Der Wind hat sich gedreht. Träumten absolute Optimisten kürzlich noch vom Aufstieg, ist jetzt klar: Westfalenligist Borussia Emsdetten muss den Blick nach unten richten. Die Stimmung, sagt Trainer Roland Westers, „ist logischerweise nicht überragend gut, wenn du dreimal nacheinander verlierst. Die Jungs kommen aber gut miteinander aus.“ Nach dem Freitag-Training standen noch gemeinsames Fußballgucken und Grillen auf dem Plan. Westers: „Die Situation ist gerade schwierig. Totengräberstimmung herrscht aber nicht.“
Noch hat Borussia zwölf Punkte Vorsprung auf die Rotlichtzone. Rechnet man aber das am 17. April anstehende Nachholspiel zwischen dem Drittletzten FC Nieheim und Schlusslicht Bockum-Hövel mit ein, schrumpft Emsdettens Polster auf maximal noch elf, vielleicht sogar nur noch neun Zähler zusammen. Wie beunruhigt ist Westers? „Was heiß beunruhigt. Ich bin mir der Gefahr bewusst. Unsere 30 Punkte werden relativ sicher nicht reichen. Wir müssen noch was holen.“
Am besten direkt an diesem Sonntag beim FSC Rheda. Der Tabellen-Zwölfte (26 Punkte) dürfte nicht nur auf Wiedergutmachung für die jüngste 0:4-Abreibung in Maaslingen brennen, sondern braucht selbst noch dringend Futter für den Klassenerhalt. Rheda ist laut Westers ein Team, „das unfassbar gerne den Ball laufen lässt, spielerische Lösungen sucht. Sie bieten aber auch was an, sonst stünden sie in der Tabelle ja nicht da, wo sie stehen.“ Im Hinspiel allerdings boten weder Rheda noch Borussia dem Gegner viele Möglichkeiten, „beide Mannschaften haben damals defensiv einen guten Job gemacht, offensiv aber nichts zustande gebracht“, erinnert sich Westers an das ereignisarme 0:0.
Mindestens einen Punkt wollen die Borussen auch jetzt auswärts holen, um das Ruder rumzureißen. Zuletzt verloren sie nicht nur drei Spiele gegen Mesum (0:3), Nottuln (0:5) und Soest (1:2), sondern auch wichtiges Personal. Für Taktgeber Kai Deradjat (Schlüsselbeinbruch) dürfte die Saison gelaufen sein. Henrik Laumann, der in der Vorwoche im Training umgeknickt war, kommt erst nach Ostern zurück. Zudem fällt am Sonntag Linus Schnieders (Oberschenkel) aus, sehr wahrscheinlich auch Attila Szabo (Knie). Immerhin: Laurentiu Tuca hat seine Knie-Verletzung auskuriert. So kann Westers mit 14 Feldspielern planen.
Das Ausfallpech der einen ist die Chance derjenigen, die bislang mit ihren Einsatzzeiten unzufrieden, womöglich sauer auf den Trainer waren. Deren Parole, so Westers, müsse nun lauten: „Egal, wer von den Verletzten zurückkommt, mich nimmst du nicht wieder raus.“ Sie sollen sich also beim Spiel in Rheda mit Volldampf in die Stammelf wühlen.
Die Partie findet auf Kunstrasen statt. Auf diesem Untergrund hat die Borussia, die selbst ja keinen Kunstrasen besitzt, in dieser Woche bei einem anderem Verein trainiert. Im Kampf gegen den Abwärtstrend soll nichts dem Zufall überlassen werden.
Sonntag, 06.04.25 - 15:00Uhr FSC Rheda vs. SV Borussia Emsddetten

