Christoph Niemeyer
EMSDETTEN. „30 Punkte reichen nicht. Ein paar Zähler werden wir noch brauchen.“ Das stellt Borussen-Trainer Roland Westers fest, der mit seiner Truppe nach drei Niederlagen in Folge und 1:10 Toren auf Rang zehn der Westfalenliga abgesackt ist. Noch beträgt der Abstand zum ersten Abstiegsrang 12 Punkte...
Doch die Tatsache, dass sich Spielmacher Kai Deradjat am Sonntag nach der rüden Attacke des Soesters Niklas Senk das linke Schlüsselbein gebrochen hat und lange ausfällt, macht die Aufgabe nicht leichter. Zumal mit Laurentiu Tuca, Tobias Klostermann und „Henne“ Laumann weitere Borussen-Spieler verletzungsbedingt ausfallen, die dringend gebraucht werden. Gerade die Bänderverletzung, die sich Laumann am vergangenen Donnerstagabend im Training zugezogen hat, macht Trainer Westers mächtig sauer. Am Sonntag nach der 1:2-Heimniederlage gegen Soest bezeichnete der Borussen-Coach den Trainingsplatz, auf dem sich beide Mannschaften vor der Partie aufgewärmt hatten, als „gesundheitsgefährdend“. Der Platz sei „knüppelhart und ist zudem noch huckelig“, klagt Westers und fragt: „Ob sich Henne auch auf einem normalen Untergrund diese Bänderverletzung zugezogen hätte?“
Nicht nur das Trainingsgelände am Teekotten, auch der Hauptplatz des Walter-Steinkühler-Stadions missfällt Westers mächtig. Beim Gang vor dem Anpfiff der Partie gegen Soest über den Rasen hin zu seiner Trainerbank schüttelte der Coach bei jedem Schritt den Kopf. Denn: „Der Platz ist katastrophal“, urteilt Westers und trauert den Zeiten nach, als sich Dietmar Hase als Platzwart darum kümmerte, dass die Borussen jeden Sonntag auf einem wahren „Teppich“ kicken durften: „Der Dietmar hat hier einen sehr, sehr guten Job gemacht.“ Doch Hase ist seit Ende 2024 Rentner, das Stadiongrün wird nun von einem anderen städtischen Platzwart bzw. Platzwartin gepflegt.
Westers, der schon nach dem 0:3 gegen den SV Mesum vor zwei Wochen auf die schlechten Platzbedingungen aufmerksam gemacht hatte, bemängelt, dass die Rasenflächen am Teekotten nach den trockenen Wochen zuletzt nicht gewässert worden waren, daher der Boden dermaßen hart sei. Vorstandsmitglied „Blacky“ Schwartze wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine Firma im Auftrag der Stadt Emsdetten die Bewässerungsanlage erst wieder hochfahren müsse.
Coach Westers hat am Sonntagabend den Verantwortlichen der Firma zufällig getroffen und erfahren, dass seit Freitag, 28. März, am Teekotten wieder gewässert werden kann. Jetzt hofft er, dass sich an der Platzbeschaffenheit „ganz schnell etwas ändert“, damit nicht noch mehr Spielerinnen bzw. Spieler der Borussen sowie der Gästeteams gefährdet sind. Und dass sein Team auf gepflegterem Grün dann rasch die nötigen Punkte zum sicheren Klassenerhalt in der Westfalenliga Staffel 1 einfährt.

