Westers: „Man macht sich Gedanken“

26.03.2025
Fußball: Westfalenligist Borussia lieferte zwei trostlose Spiele nacheinander ab / Ursachenforschung -mho- EMSDETTEN. Roland Westers ist froh. Heilfroh darüber, dass ihm nach dem Abpfiff am Sonntag keiner seiner Spieler blöd kam. Hätte nämlich einer angefangen, irgendwelchen Szenen nachzutrauern, die der Partie womöglich eine andere Richtung hätten geben können, „dann wäre ich vermutlich komplett eskaliert“, sagt Borussia Emsdettens Westfalenliga-Trainer. An der 0:5-Klatsche in Nottuln habe es schlicht und einfach nicht das Geringste schönzureden gegeben. „Es haben aber alle erkannt, dass so eine Leistung nicht passieren darf. Schon gar nicht zweimal nacheinander.“ Es ist aber passiert, erst beim trostlosen 0:3 vor eineinhalb Wochen zu Hause gegen Mesum, und nun auch in Nottuln. Dort hatte sich Borussia nach dem 0:2-Pausenrückstand noch mal kurz aufgebäumt, gleich nach dem Seitenwechsel lag der Anschlusstreffer auf dem Silbertablett, doch Noah Afiemo verfehlte aus spitzem Winkel den Kasten, statt in der Mitte den blank stehenden Silas Burke zu bedienen. „Klären wir intern“, sagt Westers über Afiemos Egoismus. Kurz danach fing sich Emsdetten das 0:3 (54.) – und stellte fortan die Gegenwehr ein, gab auf. „Ja, das kann man so sagen“, bestätigt Westers. Ist die Luft beim Tabellen-Neunten raus? „Das wäre arg traurig“, antwortet der Coach, „wenn jetzt jemand die Luft rauslässt, kann er gehen. Dann ist er im falschen Sport gelandet. Ich glaube aber nicht, dass es so ist. Allen dürfte klar sein, dass wir absteigen, wenn wir in den letzten neun Spielen keinen Punkt mehr holen.“ Tatsächlich? In der Vorsaison hatten die drei Absteiger maximal 27 Punkte, Borussia weist aktuell aber schon 30 auf (Vorsaison 31). Westers hält das allerdings für eine ziemlich blöde „Milchmädchenrechnung“, erinnert daran, dass es Borussia 2010 sogar mit satten 41 Punkten erwischt hatte. Zwar bestand die Westfalenliga seinerzeit aus 18 Teams (aktuell 16) und es gab vier statt drei Absteiger, „aber selbst 43 Punkte hätten uns damals für den Klassenerhalt nicht gereicht“. Wie will Westers das Feuer neu entfachen? „Man macht sich natürlich viele Gedanken“, sagt er. Und betont, wenn das Team nacheinander zwei derart grottige Leistungen abliefert, „dann haben wir als Trainer auch keinen überragenden Job gemacht. Ich kann ja nicht nach Siegen sagen: ,Was bin ich für ein geiler Typ.‘ Und nach Niederlagen: ,Was hat die Mannschaft denn da gemacht.‘ Nach jedem Sieg und jeder Niederlage fragen wir uns, was wir besser hätten machen können“. Bei der aktuellen Ursachenforschung sollten beim Dienstag-Training auch die drei Kapitäne Hendrik Ohde, Luca Dömer und Jule Hölscher zum Gespräch gebeten werden. Letzterer war gegen Mesum schon in der 1. Halbzeit mit Gelb-Rot vom Platz geflogen und gegen Nottuln dann gesperrt. Wie sehr fehlt Hölscher als Mentalitäts-Bestie auf dem Platz? „Er ist schon sehr wichtig für uns. Ein absoluter Führungsspieler, von denen haben wir die Hütte nicht gerade voll“, so Westers. Doch auch ohne Anführer auf dem Platz „muss die Mannschaft in der Lage sein, sich zu wehren“. Wichtig sei, „ab sofort die Flut an gegnerischen Torchancen wieder deutlich zu reduzieren. Fußball ist ein einfacher Sport: Lässt du dein Herz auf dem Platz, holst du viele Punkte“.
Roland Westers