Borussia ergibt sich in 0:5-Pleite

24.03.2025

Keine Gegenwehr bei Niederlage in Nottuln

 

Reichlich Frust herrschte am Sonntag bei Westfalenligist Borussia Emsdetten. Torwart und Hintermannschaft fühlten sich bei der 0:5-Pleite bei GW Nottuln ein ums andere Mal im Stich gelassen.

Sonntag, 23.03.2025 - 21:45 Uhr

 

Borussia Emsdettens Abwehrchef Hendrik Ohde (r.) im Kopfballduell mit Nottulns Dickens Toka. | Foto: Marius Holthaus

Mit flehender Stimme rief Abwehrchef Hendrik Ohde seinen Mitspielern zu: „Bitte geht in die Zweikämpfe.“ Auch Keeper Luca Dömer wurde von Gegentor zu Gegentor wütender, fühlte sich alleine gelassen von seinen Vorderleuten. Denn im Verlauf der zweiten Halbzeit machten sich am Sonntag bei Borussia Emsdetten Auflösungserscheinungen breit. 0:5 (0:2) ging der Westfalenligist bei Grün-Weiß Nottuln unter.


Auf die EV-Frage, ob er dennoch irgendwelche Lichtblicke gesehen habe, antwortete Trainer Roland Westers: „Nee. Du?“


Nein, da war nur sehr viel Schatten. Während sich spielfreudige Gastgeber mit Doppelpässen und Ballstafetten immer wieder sehenswert durchkombinierten, bot Borussia nur Stückwerk. Was Westers richtig sauer machte: Nach der 0:3-Derbypleite eine Woche zuvor gegen Mesum ließ sein Team erneut jegliches Feuer vermissen. „Einige haben offenbar immer noch nicht verstanden, dass es bei uns nur über die Einstellung geht.“

Obwohl Nottuln von Beginn an besser im Spiel war, wäre Emsdetten fast in Führung gegangen, Silas Burkes Schuss aus 14 Metern verfehlte knapp sein Ziel (16.). Kurz danach nahm das Unheil seinen Lauf: Marvin Möllers schickte Janus Scheele ins Laufduell mit Emsdettens Innenverteidiger Arne Moselage, Scheele behauptete sich, legte den Ball zurück an den Sechzehner, wo Kevin Stenzel völlig frei abziehen konnte. Der scharfe Ball flutschte Dömer durch die Hosenträger – 1:0 (19.).

Auch danach machte Borussia es den Hausherren viel zu einfach. Fehlpass von Kai Deradjat im Mittelfeld, sofort kam der Ball an die Box zu Scheele, der flach ins kurze Eck zum 2:0 traf (45.). Ohde war in der Szene zu passiv, ließ den Schützen gewähren.


Zur zweiten Halbzeit wechselte Westers mit dem dribbelstarken Markus Weidel für Sechser Mats Hagel etwas mehr Offensive ein. Tatsächlich kehrte Borussia entschlossener auf den Platz zurück, Noah Afiemos Schuss aus spitzem Winkel strich am langen Eck vorbei (49.).


Doch die Emsdettener Herrlichkeit hatte sich rasch erledigt. Nach einer Nottulner Ecke gewann Marvin Möllers am zweiten Pfosten das Kopfballduell gegen Deradjat und nickte zum 3:0 ein (54.). Dann hatte Möllers auf der rechten Angriffsseite Platz ohne Ende, er passte in die Mitte zum ebenso ungedeckten Felix Hesker, dessen ersten Schuss Dömer noch parierte, im Nachsetzen musste Hesker den Ball nur noch über die Linie drücken (63.). Emsdettener Abwehrspieler? Waren nicht in Sicht. Dömer war bedient, und Ohde flehte um Unterstützung bei der Defensivarbeit.

Hüben wie drüben gab es danach noch ein paar Tormöglichkeiten. Es passte aber ins Bild, dass nur Nottuln traf, Lukas Höing markierte den 5:0-Endstand (84.).


Borussia schien froh, als es endlich vorbei war.

Die Trainerstimmen

 

Eine „unfassbare Verunsicherung“ und „kein Zweikampfverhalten“ erkannte Borussen-Trainer Roland Westers bei seiner Elf. Zudem seien fast alle zweiten Bälle an den Gegner gegangen. Würde man durchzählen, wie viele davon sich Borussia und wie viele Nottuln sicherte, „wäre das eine aberwitzige Statistik“. Westers vermisste die taktische Cleverness seiner Spieler zu erahnen, wo die zweiten Bälle landen werden: „Für sowas brauchst du kein Abitur.“


Nottulns Spieler Marvin Möllers , der das Team gemeinsam mit Darius Schwering coacht, sagte: „Der Gegner hat uns heute die Räume gegeben. Emsdetten hat kein gutes Spiel gemacht, wir wissen das einzuordnen.“

 

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