Luca Dömer verhindert das Derby-Debakel

18.03.2025

Borussia-Trainer Westers hat Redebedarf

 Von Christoph Niemeyer

Montag, 17.03.2025 - 17:30 Uhr 

Torhüter Luca Dömer war beim 0:3 gegen den SV Mesum noch bester Borusse und verhinderte mit einigen Glanztaten ein Derby-Debakel. | Foto: Thomas Strack

 

„Ist das ein Derby zwischen Borussia und dem SV Mesum, wie es früher eines war?“ Diese Frage stellte Nils Wiedenhöft am Sonntag schon im Laufe der 1. Halbzeit. Der ehemalige Stammtorhüter der Borussen wie des SVM hatte dabei vor allem die Gastgeber im Blick.


Während die Gäste aus Mesum aggressiv zu Werke gingen, körperbetont agierten, klug pressten und reihenweise Zweikämpfe gewannen, trabten die Borussen größtenteils rat- und planlos über den schlechten Holper-Platz.


Was die Rot-Weißen da in der 1. Hälfte den offiziell 470 Fans boten, erinnerte stark an die Partie gegen Westfalia Kinderhaus. Nur mit einem wesentlichen Unterschied: Am 22. Februar war es beim 3:2-Sieg in Unterzahl gegen glasklar überlegene Kinderhauser – Kai Deradjat hatte sich vom Platz kritisiert – gut gegangen. Diesmal, gegen den SVM, aber nicht. 0:3 unterlag Borussia – und war damit noch gut bedient.


Indisponiert


Die Defensive der Dettener wirkte zu Beginn, als wäre sie gar nicht auf dem Platz. Für Kapitän „Henni“ Ohde war die Position rechts in der Kette die falsche. Zumal Schienenspieler Jule Hölscher nach einem frühen, rüden Foul eines Mesumers indisponiert war, den zweiten Elfer, der zum 0:1 führte verursachte (18.) und in der 40. Minute mit Gelb-Rot bedacht vorzeitig Feierabend hatte.


Auch Linus Schnieders sowie Arne Moselage, die die Dreierkette komplettierten, kamen nicht ins Spiel und kaum mal in einen Zweikampf. Da auch das Aufbauspiel der Borussen langsam und fehlerhaft war, machten es die Gastgeber den bis dato auswärtsschwachen Mesumern leicht, ihren erst zweiten Sieg in der zehnten Begegnung auf fremden Platz einzufahren. Und das, obwohl die Mannschaft von Trainer Pascal Wilmes „zahlreiche Ausfälle“ beklagte und der Coach „viele Umstellungen“ vornehmen musste.

Für Diskussionen sorgten auch die strittigen Szenen: die beiden Elfer für den SVM in der 1. und 18. Minute sowie die Ampelkarte gegen Hölscher (40.). Borussia-Torhüter Luca Dömer, beim ersten Elfer in der 1. Minute direkt beteiligt, fand alle drei Szenen diskutabel. Gab aber auch zu, dass sein Team in der 1. Hälfte nicht gut in die Partie gefunden habe.


Die Borussen ließen, anders als die Mesumer, die nötige Derby-Leidenschaft und -Einstellung vermissen. „Das war anders vorgegeben“, monierte Trainer Westers nach der Partie. Auf dem „schlechtesten Teekotten-Platz seit 15 Jahren“ sollten die Borussen „lange Bälle spielen, zweite Bälle holen und in jeden Zweikampf gehen“. Taten sie aber nicht. Und deswegen kündigte Coach Westers an, „dass darüber noch zu reden sein wird“.


Klasse Schnapper


Letztlich konnten sich die Dettener bei ihrem „Schnapper“ Luca Dömer bedanken, der mit vielen Glanztaten ein Derby-Debakel verhinderte und auch den Elfer in der 2. Minute von Christian Biermann parierte. Doch alles konnte auch Dömer nicht verhindern: Dreimal schlug Julin Muthulingam zu (19., 49. 88.). Das 0:3 war perfekt. Mesum feierte in Detten und überholte die Borussen auch noch in der Westfalenliga-Tabelle.

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