Borussia hat die Derbys verlernt

15.03.2025

Fußball: Westfalenligist Emsdetten empfängt den Nachbarn Mesum / Letzter Pflichtspielsieg liegt lange zurück

-EVZ mho-EMSDETTEN. Abgesehen von einem zweijährigen Abstecher zu GW Nottuln ist Roland Westers (Foto) seit Ewigkeiten Borussia Emsdettens Trainer. Sein Kumpel Marcel „Cello“ Langenstroer wiederum coachte bis vergangenen Sommer jahrelang den SV Mesum. „Wir sind immer zusammen mit dem Fahrrad zu unseren Spielen in Mesum und am Teekotten in Emsdetten gefahren“, berichtet Westers. Seine Nottulner Zeit mitgerechnet, häufte er einst zehn Spiele am Stück ohne Niederlage gegen Langenstroers Mesumer an. „Das waren für mich dann immer schöne Rückfahrten mit Cello.“ Doch der Wind hat sich längst gedreht. Seit Oktober 2021 (1:0) hat Westfalenligist Emsdetten kein Pflichtspiel gegen den Nachbarn mehr gewonnen. Westers brennt darauf, das am Sonntag zu Hause zu ändern. Und er ist beileibe nicht der einzige, der heiß ist. „Das konntest du am Donnerstag beim Training sehen, da war richtig Alarm in der Hütte. Jeder weiß, dass es kein Spiel wie jedes andere ist.“

Was bis vor zehn Jahren noch der danach bis in die Bezirksliga abgerutschte Ortsrivale 05 war, „ist seitdem Mesum geworden“. Nämlich der Derby-Rivale Nummer eins. Den es in die Schranken zu weisen gilt!

Was die Brisanz noch erhöht: Borussia als Tabellen-Fünfter und die zwei Punkte dahinter lauernden Mesumer dürfen sich Aufstiegschancen ausrechnen. Borusse Attila Szabo jedenfalls haute in dieser Woche in der EV Sätze raus wie: „Wir hoffen auf Platz eins.“ Sein Coach dazu: „Ich würde dem Jungen mit Anlauf in den Hintern treten, wenn er was anderes gesagt hätte.“ Seine Spieler sollen halt das Maximum anstreben. „Ich als Trainer muss aber auch das Große und Ganze im Blick haben“, erklärt Westers seine Zurückhaltung bei Aufstiegsfragen. „Entscheidend ist, dass wir das machen, was uns dahin gebracht hat, wo wir sind. Wir haben unsere Gegner ja nicht mit Tiki-Taka aueinandergepflückt. Auch am Sonntag wird es darum gehen, wer mehr investiert.“

Spannend in der Hinsicht werde sein zu sehen, welche Mannschaft die grassierende Grippewelle, die auf beiden Seiten Körner kosten dürfte, besser wegstecken wird. Die Borussen Weidel, Dirks und Sommer (alle krank) können gar nicht mitmachen.

Westers warnt vor Mesums „körperlicher Wucht“ durch die Offensivleute Christian Biermann und Julin Muthulingam (beide 8 Saisontore). Über die beiden Oberliga-erprobten Sechser Timon Schmitz und Philip Grewe sagt er: „Es gibt kaum was Besseres in unserer Liga.“

Auffällig: Mesum ist das beste Heimteam der Westfalenliga, auswärts aber das zweitschlechteste (erst ein Sieg mit 4:1 Mitte Februar beim FSC Rheda). Westers: „Das spielt am Sonntag keine Rolle. Ob die zum Platz in Mesum fahren oder zu uns, ist egal.“ Beide Anlagen trennen keine sechs Kilometer.

Roland Westers