Nach Ecken-Ärger: Borussia Emsdetten verliert

02.12.2024

Westfalenligist unterliegt SF Ostinghausen mit 0:1

Ein sehr umstrittener Eckball leitete am Sonntag die 0:1-Heimniederlage des Fußball-Westfalenligisten Borussia Emsdetten gegen SF Ostinghausen ein. Entsprechend schlecht waren die Hausherren auf das Schiedsrichter-Gespann zu sprechen.

Borussias Innenverteidiger Linus Schnieders (li.) gewinnt das Kopfballduell gegen Ostinghausens Maurice Ehikhuemelo. | Foto: Thomas Strack

Es war DIE Aufreger-Szene der Partie. In der 55. Minute schirmte Borussia Emsdettens Attila Szabo den Ball nach einem Zweikampf gegen einen Gäste-Spieler ab, ließ die Kugel ins eigene Toraus rollen. Zur allgemeinen Verwunderung gab es aber nicht Abstoß, sondern Ecke für SF Ostinghausen. Es kam, wie es kommen musste: Kai-Bastian Evers trat den Ball scharf an den ersten Pfosten, der einlaufende Lars Schröder kam völlig frei zum Kopfball – 0:1. Es blieb am Sonntag in einer insgesamt chancenarmen Westfalenliga-Partie das einzige Tor.


Westers: „Mir fehlen echt die Worte“


Entsprechend war Gastgeber Borussia nach der Heimpleite auf 180. Trainer Roland Westers zürnte auf der Pressekonferenz: „Die Entscheidung, die zum Tor führt, ist mit Worten nicht zu beschreiben.“ Der zwei Meter neben der Aktion stehende Linienrichter habe gar nicht erkannt, ob es Ecke oder Abstoß war. Daher habe Referee Nick Schitzik selbst die Sache in die Hand genommen, wie er Westers nach dem Abpfiff erklärt habe. Doch obwohl nicht mal der Assistent einen Eckball für Ostinghausen gesehen hatte „und wenn ich doch als Schiedsrichter registriere, dass sich alle ganz entspannt auf den Weg Richtung Mittellinie machen, wie kann ich dann Ecke geben? Mir fehlen echt die Worte“, so Westers.

 

Schon direkt nach dem Treffer wollten sich die Borussen gar nicht mehr beruhigen. Als ihnen dann auch noch eine Vorteilssituation weggepfiffen wurde, bekam der polternde Co-Trainer Jan Kortevoß den roten Karton unter die Nase gehalten (61.).


Danach bäumten sich die Hausherren gegen jetzt sehr kompakt stehende Sportfreunde aus Ostinghausen noch mal auf. Weil auf dem tiefen Rasenplatz spielerisch wenig ging, wurde der kopfballstarke Innenverteidiger Hendrik Ohde nach vorne beordert, um ihn mit langen Bällen zu füttern. Nur kamen die kaum mal an. Westers: „Ich weiß auch nicht, was mit den Füßen los ist. Als Westfalenliga-Fußballer sollte man in der Lage sein, einfach einen langen Ball ins Zentrum zu schlagen. Haben wir nicht geschafft, muss man so deutlich sagen.“

Das Hinspiel hatte Borussia dank Dreierpacker Kai Deradjat 4:1 gewonnen. Und fast hätte er daran am Sonntag direkt angeknüpft. Nach Fehlpass von Ostinghausens Lucas Meuter legte Silas Burke für Deradjat auf, der aus sieben Metern drüber zielte (2.). Borussia störte die Gäste immer wieder früh, kam so hin und wieder auch zu Balleroberungen, im Nachgang fehlte aber die Präzision. Einer der wenigen gefährlichen Abschlüsse war Burkes 19-Meter-Schuss knapp am Kasten vorbei (39.).


Nach hinten hin passte Emsdetten gegen Gäste, die immer mal wieder ihre Spielstärke andeuteten, gut auf, ließ außer einer Flut an Standards kaum etwas zu. Umso ärgerlicher, dass in der zweiten Halbzeit dann eine offenbar geschenkte Ecke die Niederlage einläutete.

Die Trainerstimmen

 

  • „Wie soll ich anfangen?“, rang Borussias Trainer Roland Westers auf der Pressekonferenz nach Worten. „Mir fällt es ganz, ganz schwer, überhaupt was zu dem zu sagen, was hier mit dem Ball zu tun hatte.“ Viel mehr beschäftigte ihn die Leistung des Schiri-Gespanns. „Als Trainer dürfen wir natürlich die Wörter Betrug und Absicht nicht in den Mund nehmen. Das tue ich natürlich auch nicht. Dass dem einen oder anderen auf der Tribüne dieser Gedanke durch den Kopf schießt, kann ich aber nachvollziehen.“ Die Ecke vor dem 0:1 sei ja nicht die einzige strittige Situation gewesen. Westers: „Die Drei waren insgesamt heillos mit der Partie überfordert.“ Auch sein Team kritisierte er: „Wir haben Angebote zum Kontern bekommen, haben sie nicht gut genutzt.“ Nach dem 0:1 habe er keine eigene dicke Torchance mehr gesehen. „Von daher ist es absolut berechtigt, dass wir hier mit null Toren aus diesem Spiel gehen.“ Allerdings, so Westers, wäre ein 0:0 letztlich das passende Ergebnis gewesen.
  • Ostinghausens Coach Julian Bober sah „ein sehr intensives Spiel“. Auch er sei mit dem Schiri nicht glücklich gewesen. Ob es vor dem 1:0 eine Ecke war, habe er wegen verdeckter Sicht nicht erkennen können. Doch aus der Reaktion auf Borussias Bank, die näher dran war, „nehme ich mit, dass es nicht eindeutig war“. Am Ende des Tages, so Bober, „nehmen wir glücklich die drei Punkte mit“.
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