Fast der späte Lucky Punch des SuS im Kreisderby

11.11.2024

Westfalenliga-Derby zwischen Neuenkirchen und Borussia endet 1:1

 

Es war ein umkämpftes Westfalenliga-Derby, hier bringt Neuenkirchens Mirko Janning (li.) den Borussen Attila Szabo zu Fall. | Foto: Thomas Strack

In der Nachspielzeit brandete an Borussia Emsdettens Bank Jubel auf. Nicht über den späten Siegtreffer in der Westfalenliga-Partie beim SuS Neuenkirchen. Sondern über eine Rettungsaktion in allerhöchster Not. Es liefen die letzten Minuten, beim Stand von 1:1 konterte der Gastgeber noch mal. Fin Menzel kämpfte sich mit Ball an Mats Hagel vorbei, wurde von dem Borussen aber weiter von hinten beackert und brachte so frei vor Keeper Luca Dömer nur ein Schüsschen zustande. Der Schlussmann wehrte nach vorne ab, Menzel konnte aber nicht nachsetzen, weil er fiel. Während ganz Neuenkirchen Strafstoß forderte, bereinigte Emsdettens Vincent Schulte mit langem Bein die Situation endgültig. Der Elfer-Pfiff blieb aus. Knifflig! Das Derby am Sonntag endete 1:1 (1:1).


„Das hat Mats in der Situation gegen einen der schnellsten Spieler der Liga überragend gemacht“, lobte Borussen-Coach Roland Westers seinen Verteidiger Hagel für das entscheidende Störmanöver gegen Fin Menzel. Emsdetten blieb damit auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen, während die Neuenkirchener ihre Horror-Serie von fünf Pleiten nacheinander durchbrachen. „Wir hatten ein kleines Chancenplus, ein Sieg wäre wohl nicht unverdient gewesen“, bilanzierte SuS-Trainer Thorsten Schmidt.

Insgesamt war vor beiden Buden wenig los. Wohl auch wegen des holprigen Rasens fehlte hüben wir drüben die nötige Präzision. Den ersten Schlag setzten die Gäste. 7. Minute: Auf ihrer linken Angriffsseite, auf der die Borussen einen klaren Tempo-Vorteil hatten, marschierte Laurentin Tuca in die Box, wo Mehmet Kaya ihn legte. Elfmeter! In Abwesenheit des verletzten Stürmers Silas Burke schnappte sich Julius Hölscher die Kugel und verwandelte sicher zum 0:1.


Die Führung kam den Borussen, die ja ohnehin gerne aus einer defensiven Grundausrichtung heraus agieren, natürlich entgegen. Doch gegen Lennart Theismanns 24-Meter-Schuss ins lange Eck war kein Kraut gewachsen: Traumtor zum 1:1 (23.).

Dann fast die SuS-Führung: Nach einer ungeschickten Abwehraktion von Borussias Innenverteidiger Hendrik Ohde gegen Theismann übernahm Menzel den Ball und schlenzte ihn aus 16 Metern auf die Latte (34.). Kurz danach kam auf der anderen Seite Emsdetten erneut über links durch, Schulte legte zurück auf Henrik Laumann, dessen Schuss SuS-Schlussmann Lukas Greiwe parierte (38.). Das 1:1 zur Pause passte zum Spiel.


Nach dem Seitenwechsel aber hatte Borussia außer einer Drangphase Mitte der zweiten Halbzeit nicht mehr viel zu bieten, während der SuS noch zwei dicke Dinger auf dem Schlappen hatte: Bei Felix Wiggers‘ Distanzschuss musste sich Dömer im Kasten gaaanz lang machen (61.), und in der Nachspielzeit war bei den Gästen dann noch mal großes Durchatmen angesagt. Keeper Dömer nach dem Abpfiff: „Verdient hatten wir‘s heute nicht.“

Die Trainerstimmen nach dem Derby

 

„Anstrengend.“ Das war das erste, was Borussen-Trainer Roland Westersnach dem Abpfiff zu dem Derby einfiel. Dass es „wenig spielerische Höhepunkte“ gab, habe wohl auch mit dem tiefen Rasenplatz zu tun gehabt. Letztlich war ihm aber einfach nur der Punktgewinn wichtig, wie man an diesen Sätzen merkt: „Ob gerecht oder nicht, ist mir wurscht.“ Über die umstrittene Szene in der Nachspielzeit: „Weiß ich nicht, ob das ein Elfer war.“ Falls Borussia in der Situation Glück gehabt haben sollte, dann dürfe sich aber auch der SuS nicht beschweren, da Marco Diekmann Mitte der zweiten Halbzeit nach einem taktischen Foul gegen Julian Dirks die Ampelkarte hätte kassieren können. Im letzten Drittel, so Westers, „fehlte uns die Überzeugung“.


Neuenkirchens Coach Thorsten Schmidt sah „viele Zweikämpfe, viel Intensität. Beide Teams haben alles reingehauen.“ Seine Mannschaft sei „mannschaftlich sehr geschlossen unterwegs“ gewesen, vor allem die Defensive lobte er in der Hinsicht. Schmidt: „Den Punkt heute nehmen wir mit. Wenn wir am Ende überm Strich stehen, haben wir alles richtig gemacht.“

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