Kreisderby: SuS Neuenkirchen vs. Borussia Emsdetten

09.11.2024

Derby-Gegner schwächelt extrem

Fußball-Westfalenliga: Borussia bei SuS

-mho-EMSDETTEN. Mit ein paar Tagen Abstand: Kann Roland Westers drüber lachen? „Nö. Null Komma null“, sagt Borussia Emsdettens Westfalenliga-Trainer. Dieses verflixte kuriose Gegentor liegt ihm immer noch quer im Magen. In der 84. Minute der Partie am vergangenen Sonntag wollte Innenverteidiger Hendrik Ohde den Ball wegdreschen, traf mit seinem Schuss aber Peckelohs Camron Parkes, von dem die Kugel zum 1:1-Endstand ins Borussen-Tor flipperte. Westers schlug den schrägen Treffer als Kandidat bei der Wahl zum „Kacktor des Monats“ vor. Um in der TV-Sendung von Arnd Zeigler vorzukommen, müsste es allerdings ein Beweis-Video geben. Gibt es eins? „Gott sei Dank nicht“, so Westers, „den Mist will ich auch gar nicht noch mal sehen.“

Im Vergleich zum nächsten Gegner SuS Neuenkirchen klingt das alles wie Klagen auf hohem Niveau. Nach dem 8. Spieltag war der SuS noch Tabellen-Sechster, einen Platz und einen Punkt vor Borussia. Es folgten fünf Pleiten am Stück und der Sturz auf Rang 13, nur noch zwei Zähler überm Strich. Kommt das Derby für Borussia gegen schwächelnde Gastgeber genau zur rechten Zeit? „Da kannst du in die eine wie in die andere Richtung argumentieren“, antwortet Westers. „Du könntest von einem verunsicherten Gegner sprechen, aber auch davon, dass sie mit einer Jetzt-erst-recht-Mentalität antreten.“ Diese Überlegungen, welche Mannschaft mit den besseren Karten auf den Platz geht, findet der Coach in dieser Saison ohnehin unfassbar müßig. Weil die Liga halt so eng beisammen ist, jeder jeden ärgert. „So extrem habe ich das noch nie erlebt“, sagt Westers. Auch an diesem Sonntag in Neuenkirchen gelte wieder mal: „Die Tagesform entscheidet.“

Dass SuS-Trainer Thorsten Schmidt in dieser Woche seinen Abschied nach der Saison angekündigt hat, dürfte laut Westers keinen Einfluss aufs Spiel haben. Er selbst habe kürzlich ja ebenfalls mitgeteilt, im Sommer 2025 aufzuhören, „und danach haben wir in Delbrück schlecht und gegen Peckeloh sehr gut gespielt. Von daher...“

Borussia muss schmerzhafte Ausfälle wegstecken. Silas Burke erlitt gegen Peckeloh vermutlich einen Muskelfaserriss, wird bestenfalls im letzten Punktspiel des Jahres am 1. Dezember gegen Ostinghausen wieder dabei sein. Wer soll den Stürmer ersetzen? „Ich habe mir überlegt, ich lasse einfach jemand anderen vorne spielen“, scherzt Westers und wird auch im nächsten Satz kaum konkreter: „Wir haben verschiedene Varianten im Kopf.“ Zudem fehlt Mittelfeld-Herz Kai Deradjat ( 5. Gelbe), Johannes Sommer ist krank.

Während der SuS in der Tabelle abschmierte, hat sich Emsdetten (acht Punkte mehr als Neuenkirchen) oben festgesetzt, ist seit sechs Spielen ungeschlagen. Dass es dabei nur zwei Siege, aber vier Remis gab, stört Westers wenig: „Wenn wir diesen Rhythmus – zwei Siege, vier Unentschieden – beibehalten, ist alles super.“ 
Nach dem etwas unglücklichen 1:1 gegen den SC Peckeloh (fiel mit dem Remis von Platz 1 auf 2 zurück) steht für Borussia und Vincent Schulte jetzt das würzige Westfalenliga-Derby beim SuS Neuenkirchen an. | Foto: Thomas Strack
Das schreibt der Lokalsport Neuenkirchen 

Derbyzeit im Waldstadion

Westfalenliga: SuS Neuenkirchen erwartet Borussia Emsdetten

In der Westfalenliga steigt an diesem Sonntag das Derby SuS Neuenkirchen gegen Borussia Emsdetten.


Nach Trainerwechsel zum Saisonende, wieder der Fokus auf Sonntag


„Da wurde seitens der Mannschaft aber kein großes Ballyhoo drum gemacht. Klar gab es einige Nachfragen, nach der Verkündung war aber gleich wieder der Fokus auf Sonntag angesagt“, berichtet Schmidt. Da reist der Tabellenfünfte Borussia Emsdetten (Anstoß 14.30 Uhr) ins Waldstadion. Die Elf von Roland Westers holte aus den letzten fünf Spielen drei Unentschieden und zwei Siege. „Sie punkten auch konstant gegen die Top-Teams der Liga. Roland Westers hat da schon einen eingeschworenen Haufen zusammen“, verdeutlicht Schmidt.


Als einen der Anker für die stabile Saison sieht der SuS-Coach Julius Hölscher, Sommerneuzugang des Oberligisten FC Eintracht Rheine. „Er bringt natürlich sehr viel Erfahrung mit. Gemeinsam mit Vincent Schulte auf dem anderen Flügel ist das schon viel Qualität“, sagt Schmidt. Vorne zeigt sich Silas Burke, Bruder des vom FCE abgewanderten Jonas Burke, mit fünf Buden seine Treffsicherheit. Schmidt ist nicht entgangen, dass der Borussen-Torjäger beim 1:1 der Emsdettener in Peckeloh schon nach 23 Minuten gegen Attila Szabo ausgetauscht werden musste. „Wir gehen aber davon aus, das Burke Sonntag gegen uns aufläuft. So ein Derby lässt man sich eigentlich nicht entgehen, da gibt man noch mal fünf Prozent mehr und beißt drauf“, vermutet Schmidt, der die Borussen auch Sonntag in einem 4-4-2-System erwartet.


„Sehr diszipliniert gegen den Ball“


„Sie arbeiten sehr diszipliniert gegen den Ball und verstehen es, die wichtigen Eins-gegen-eins-Duelle auf ihre Seite zu ziehen. Zweikämpfe bestreiten, das klappt im Training für Mehmet Kaya schon wieder ausgezeichnet.


Der Verteidiger macht nach seiner langwierigen Schambeinentzündung schon wieder alle Übungen im Training mit, ist wieder voll belastbar. „Wir werden beim Abschlusstraining klären, ob er sich für einen Einsatz im Derby bereit fühlt“, sagt der SuS-Coach, der auch Leon Varelmann wieder im Training begrüßt. Dafür konnten Mattes Buhla und Noah Scheipers krankheitsbedingt unter der Woche nicht trainieren.

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