-mho-EMSDETTEN. Mit ein paar Tagen Abstand: Kann Roland Westers drüber lachen? „Nö. Null Komma null“, sagt Borussia Emsdettens Westfalenliga-Trainer. Dieses verflixte kuriose Gegentor liegt ihm immer noch quer im Magen. In der 84. Minute der Partie am vergangenen Sonntag wollte Innenverteidiger Hendrik Ohde den Ball wegdreschen, traf mit seinem Schuss aber Peckelohs Camron Parkes, von dem die Kugel zum 1:1-Endstand ins Borussen-Tor flipperte. Westers schlug den schrägen Treffer als Kandidat bei der Wahl zum „Kacktor des Monats“ vor. Um in der TV-Sendung von Arnd Zeigler vorzukommen, müsste es allerdings ein Beweis-Video geben. Gibt es eins? „Gott sei Dank nicht“, so Westers, „den Mist will ich auch gar nicht noch mal sehen.“
Im Vergleich zum nächsten Gegner SuS Neuenkirchen klingt das alles wie Klagen auf hohem Niveau. Nach dem 8. Spieltag war der SuS noch Tabellen-Sechster, einen Platz und einen Punkt vor Borussia. Es folgten fünf Pleiten am Stück und der Sturz auf Rang 13, nur noch zwei Zähler überm Strich. Kommt das Derby für Borussia gegen schwächelnde Gastgeber genau zur rechten Zeit? „Da kannst du in die eine wie in die andere Richtung argumentieren“, antwortet Westers. „Du könntest von einem verunsicherten Gegner sprechen, aber auch davon, dass sie mit einer Jetzt-erst-recht-Mentalität antreten.“ Diese Überlegungen, welche Mannschaft mit den besseren Karten auf den Platz geht, findet der Coach in dieser Saison ohnehin unfassbar müßig. Weil die Liga halt so eng beisammen ist, jeder jeden ärgert. „So extrem habe ich das noch nie erlebt“, sagt Westers. Auch an diesem Sonntag in Neuenkirchen gelte wieder mal: „Die Tagesform entscheidet.“
Dass SuS-Trainer Thorsten Schmidt in dieser Woche seinen Abschied nach der Saison angekündigt hat, dürfte laut Westers keinen Einfluss aufs Spiel haben. Er selbst habe kürzlich ja ebenfalls mitgeteilt, im Sommer 2025 aufzuhören, „und danach haben wir in Delbrück schlecht und gegen Peckeloh sehr gut gespielt. Von daher...“
Borussia muss schmerzhafte Ausfälle wegstecken. Silas Burke erlitt gegen Peckeloh vermutlich einen Muskelfaserriss, wird bestenfalls im letzten Punktspiel des Jahres am 1. Dezember gegen Ostinghausen wieder dabei sein. Wer soll den Stürmer ersetzen? „Ich habe mir überlegt, ich lasse einfach jemand anderen vorne spielen“, scherzt Westers und wird auch im nächsten Satz kaum konkreter: „Wir haben verschiedene Varianten im Kopf.“ Zudem fehlt Mittelfeld-Herz Kai Deradjat ( 5. Gelbe), Johannes Sommer ist krank.

