Flipper-Tor kostet Borussia 2 Punkte

04.11.2024

1:1 im Spitzenspiel / Laumann trifft / Später Ausgleich

 

Torfreude: Die Borussen gratulieren Henrik Laumann (2.v.re.) zum Führungstreffer. | Foto: Thomas Strack

Das 1:1 (1:0) am Sonntag vor 260 Zuschauern im Walter-Steinkühler-Stadion im Westfalenliga-Spitzenspiel zwischen Borussia Emsdetten und dem SC Peckeloh war gerecht, keine Frage. Doch aus Sicht der Gastgeber war es auch extrem ärgerlich, da es ein saudummes Gegentor war, das zudem erst in der 84. Minute fiel.


Und zwar so: Borussias Kapitän Hendrik Ohde klärte eine Hereingabe der Gäste. Er schoss dabei Peckelohs eingewechseltem Stürmer Camron Parkes den Ball aber so vehement gegen den Fuß, dass das Leder wie eine Flipperkugel aufs Borussen-Tor zuflog und im linken Eck einschlug. Da war der ansonsten so starke Keeper Luca Dömer völlig machtlos.


Fast wäre es nur eine Minute später noch derber für die Dettener gekommen. Nach einem Stellungsfehler von Vincent Schulte hatte Peckelohs Baya Baya freie Bahn, scheiterte aber am glänzend reagierenden Dömer, der so wenigstens noch den einen Punkt für die Borussen rettete.


Gelb-Rot für den Gäste-Coach


Dennoch fühlte sich das Remis gegen Peckeloh für die Truppe von Trainer Roland Westers, die zum dritten Mal in Folge den jeweiligen Spitzenreiter im Walter-Steinkühler-Stadion zu Gast hatte, wie eine Niederlage an. Alle Borussen trotteten mit gesenktem Kopf vom Platz.


Borussia begann mit dem angeschlagenen Silas Burke als Spitze, doch der Ex-Peckeloher musste schon nach 24 Minuten passen, für ihn kam Attila Szabo als Sechser. Das hatte Umstellungen zur Folge: Kai Deradjat rückte auf die Zehn, „Henne“ Laumann ging in die Spitze.


In einem intensiven Spiel hatte Borussia durch Burke (8.) die erste Chance, aber sein Kopfball flog am Tor vorbei. Zehn Minuten später scheiterte Burke am SCP-Keeper. Die Gäste hatten ihre einzige Chance in der 1. Hälfte nach einer halben Stunde, aber Dömer boxte den 20-Meter-Kracher von Mehmeti weg. Borussia war offensiv das aktivere Team und wurde in der 35. Minute belohnt, als Julian Dirks aus spitzem Winkel mit vollem Risiko abzog. Der Schussversuch geriet zur flachen Hereingabe, in die Henrik Laumann seinen dicken Zeh reinhielt – das 1:0. Peckeloh-Coach Klein-Tebbe regte sich mächtig darüber auf, wollte er doch zuvor ein Foul an einem seiner Spieler gesehen haben. Schiri Ebbing aber nicht, er erkannte das Tor an.


Da der Gäste-Trainer sich nicht beruhigen wollte, sah er erst Gelb (41.) und Sekunden später – er stellte seinen Redefluss nicht ein – Gelb-Rot und musste hinter die Bande. Dennoch: Das 1:0 für Borussia zur Pause ging in Ordnung.


Tuca verzieht knapp


In der 2. Hälfte sahen die Zuschauer ein anders Spiel. Peckeloh zeigte jetzt, warum man als Spitzenreiter angereist war, machte mächtig Druck, hatte geschätzt 75 Prozent Ballbesitz. Borussia stand defensiv gut, bolzte die Bälle aber fast nur noch lang hinten raus. Von geordnetem Spielaufbau war kaum noch was zusehen.


Doch es gab ihn, diesen einen erfolgversprechenden Konter. Nach einem klasse Diagonalpass von Kai Deradjat kam Laurentin Tuca frei zum Schuss, verzog aber knapp (54.). Die Gäste verbuchten Möglichkeiten durch Ricker (52.), Haßheider (57.) und Speckmann (58.) – erfolglos.


Die Gastgeber gaben kämpferisch alles, um das knappe 1:0 irgendwie über die Zeit zu retten. Aber das klappte nur bis zur 84. Minute, dann fiel dieses saudumme Flipper-Tor zum 1:1-Endstand.

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