Die Angst-Mentalität ist verschwunden

21.09.2024

Westfalenligist Borussia will guten Lauf in Soest fortsetzen

 

Der vor der Saison von Oberligist Eintracht Rheine gekommene Julius Hölscher erwies sich wenig überraschend als Top-Verstärkung. | Foto: Thomas Strack

Findet sich im gesamten Kader des Westfalenligisten Borussia Emsdetten denn wirklich nur ein einziger Spieler, der das Bällchen aus elf Metern in den gegnerischen Kasten befördern kann? Silas Burke verschoss beim 2:1-Sieg am vergangenen Sonntag gegen Nottuln einen Strafstoß und trat nur zehn Minuten später – entgegen allen ungeschriebenen Fußball-Gesetzen – erneut an. Und traf diesmal. Doch was, wenn Burke mal nicht auf dem Platz steht oder abwinkt? „Dann findet sich schon jemand, der die Eier in der Hose hat“, meint Trainer Roland Westers.


Vielleicht steht Burke ja jetzt Sonntag in Soest (Anpfiff 15.30 Uhr) schon wieder am Punkt. Die gastgebende Westfalia ist mit nur acht Zählern aus sechs Spielen holprig in die Saison gestartet. „Einige ihrer Ergebnisse waren überraschend“, sagt Westers über den Tabellen-Neunten. Aufgrund seiner Informationen, u. a. aus Videostudien, „haben sie das Top-Fünf-Potenzial. Sie spielen einen sehr flexiblen Fußball, der schwer in den Griff zu kriegen ist. Vorne haben sie gute Leute wie den vierfachen Torschützen Mario Jurss und Simon Kötter.“


Ist der Kunstrasen ein Problem?


Gespielt wird auf Kunstrasen. Ein Problem für die Kunstrasen-losen Borussen? „Kann ich dir Sonntagabend sagen“, antwortet Westers. Seine vielen Neuzugänge hätten bei ihren Ex-Vereinen aber alle ausgiebig Erfahrung auf diesem Untergrund gesammelt. Und auch die anderen Borussen konnten in der Vergangenheit „aufgrund unserer guten Beziehungen zu einem Nachbar-Dörfchen“ regelmäßig auf Kunstrasen trainieren.


In der Vorsaison büßte Emsdetten immer wieder durch späte Gegentore wichtige Punkte ein. „Da hatte sich eine gewisse Angst-Mentalität eingeschlichen, das lässt sich nicht leugnen“, sagt Westers. Mittlerweile sieht das ganz anders aus, auf der Kippe stehende Spiele wie gegen Espelkamp und Nottuln (beide 2:1) brachte der aktuelle Tabellen-Dritte ins Ziel. Auch dank des starken, voran marschierenden Julius Hölscher. Westers: „Er labert auf dem Platz nicht 90 Minuten durch. Aber wenn er was sagt, hat das Hand und Fuß, und die anderen hören zu. Fußballerisch liefert er bislang auch zu 100 Prozent ab. In jeder Hinsicht eine Top-Verpflichtung.“


Problem: Hölscher konnte aus gesundheitlichen Gründen die ganze Woche über nicht trainieren, droht am Sonntag auszufallen. Ebenso Arian Kraushaar, der bei der Dienstag-Einheit umgeknickt ist. Sicher fehlen werden Vincent Schulte (Dienstreise) und Urlauber Konstantin Baans.

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