Borussia-Trainer Westers mit dem Start „prinzipiell zufrieden“ / Burke beweist Torjäger-„Eier“
Christoph Niemeyer
EMSDETTEN. Da schau: Borussia nach sechs Spieltagen mit 11 Punkten auf Platz drei der Westfalenliga-Tabelle und damit härtester Verfolger des Spitzenduos Hiltrup und Rödinghausen II (je 12 Zähler). Wer hätte das vor der Saison gedacht? Die EV sprach mit Trainer Roland Westers über den Erfolgs-Lauf seines runderneuerten Teams.
Hallo Roland. Rang drei – zufrieden?
Roland Westers: Prinzipiell bin ich zufrieden.
Prinzipiell?
Nun, wenn man beim 1:1 in Mesum dreimal frei vor dem Torhüter steht, darf man auch mal einen reinschießen. Unser 2:2 gegen Bockum-Hövel war zu wenig und bei unserer bisher einzigen Saisonniederlage in Kinderhaus bekommen wir das 1:2 erst in der Nachspielzeit. Klar, vor der Saison hätte ich 11 Punkte zu diesem Zeitpunkt sofort unterschrieben.
Und jetzt?
Es sind nur fünf Punkte bis zu einem Abstiegsrang, das ist wenig. Der 3. Platz ist schön. Aber wichtig ist, in der Tabelle nach unten zu gucken.
Am Sonntag habt ihr nach dem Spiel auf dem Platz einen Kreis gebildet und eine Art Tanz aufgeführt.
Das hat Jule Hölscher in die Truppe reingebracht, machen wir immer nach Siegen so.
Was hältst du von Silas Burke, der gegen GW Nottuln erst einen Elfer verschießt und sich beim zweiten Strafstoß für Borussia gleich wieder die Pille schnappt?
Das ist genau das, was ich von einem Torjäger erwarte. Das zeugt von Selbstvertrauen. Da muss man einfach die Eier haben und sagen: „Dann haue ich eben jetzt den zweiten rein!“ Ich habe ihn gleich nach dem Treffer zu mir gerufen und ihm das auch gesagt. Übrigens: Ich wäre nicht sauer auf Silas gewesen, wenn er auch den zweiten Elfer verschossen hätte.
Für viele Borussen-Fans war es am Sonntag unverständlich, wie die Mannschaft so eine gute 1. Halbzeit spielen konnte und dann so eine ganz andere 2. Hälfte.
Wir sind mit den Nottulner Umstellungen nicht so gut klargekommen. Wir sind eben noch in der Findungsphase. Aber diese Dinge besprechen wir intern.
Dennoch haben wir in der 2. Halbzeit nicht viele Großchancen der Nottulner zugelassen. Was zu einem großen Teil wieder den guten Leistungen der beiden Innenverteidiger „Henni“ Ohde und Linus Schnieders zu verdanken ist. Der 2:1-Anschlusstreffer der Nottulner fällt ja durch einen direkten Freistoß, weil wir die Mauer öffnen. Das darf nicht passieren!
Defensiv hat es gut funktioniert, nach vorne ging in Hälfte zwei aber nix mehr.
Auch mir hat es nicht gefallen, dass wir nach der Pause das Fußballspielen aufgegeben haben.

