Die Borussen-Fans unter den 225 Zuschauerinnen und Zuschauern am Sonntag im Walter-Steinkühler-Stadion durchlitten ein Wechselbad der Gefühle, bis der 2:1 (2:0)-Sieg ihres Teams über GW Nottuln endgültig feststand. „Wir haben zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten gesehen“, stellte Dettens Trainer Roland Westers kurz nach dem Abpfiff treffend fest.
Die ersten 45 Minuten waren aus Borussen-Sicht zum Zungeschnalzen. Die Defensive stand super sicher, ließ gar keine Chance der Nottulner zu. Zudem versuchten die Dettener immer wieder, nach vorn zu kombinieren und Torchancen zu kreieren. Und die Nottulner entpuppten sich zudem als nette Gäste und halfen tatkräftig mit. So foulte Hesker im eigenen Sechzehner Borusse „Henne“ Laumann – und Schiri Niklas Erkeling gab Elfmeter (5.). Silas Burke, in Mesum vor einer Woche hatte er getroffen, trat an und knallte den Ball links oben an die Latte. Riesenchance zur frühen Führung vertan.
Foto: Thomas Strack
Egal, Borussia machte weiter wie bisher. Zehn Minuten später umkurvte Julian Dirks drei Nottulner, drang in den Strafraum ein und wurde gelegt – wieder gab der Referee Strafstoß. Wieder schnappte sich Silas Burke die Kugel. Wieder... Nein! Diesmal jagte er den Ball aus seiner Sicht links halbhoch in die Maschen – Borussia führte verdient mit 1:0 (15.). Und machte weiter Druck. Vor allem die rechte Seite mit Hölscher und Dirks war sehr agil, auch Tuca sorgte über links für Wirbel. So wirklich gute Chancen sprangen dabei aber nicht heraus.
Also half Nottuln in Person von Keeper Sidoti nach. Der Torhüter eilte unnötigerweise aus seinem Strafraum, verlor zehn Meter davor ein Kopfballduell, riss dabei auch noch einen Mitspieler um. Der Ball kam zu Laurentin Tuca, der aus 25 Metern flach aufs entblöste GW-Tor zielte. Ein Nottulner hechelte noch hinterher, erwischte den Ball aber erst hinter der Torlinie – das 2:0 für die Hausherren (38.), die mit dieser verdienten Führung auch in die Kabine gingen.
Borussen-Keeper Dömer ist zur Stelle
Wieder heraus kam ein Borussia-Team, das sich fortan Nottulner Dauerdruck ausgesetzt sah. Doch auf die rot-weiße Defensive war Verlass. Immer wieder war noch ein Borussen-Fuß, -Bein oder -Kopf da, sodass die Situation geklärt wurde. Ihre erste echte Chance hatten die Grün-Weißen in der 63. Minute, doch Schlussmann Luca Dömer fing den Drehschuss von Scheele aus kurzer Distanz klasse ab.
Fünf Minuten später hätte Joaquim den Anschlusstreffer machen müssen, doch er jagte freistehend den Ball aus acht Metern per Dropkick über den Kasten (68.). In der 73. Minute lenkte Dömer einen Höing-Schuss aufs kurze Ecke per Fußabwehr zur Ecke.
Die Borussen-Fans hatten längst gemerkt, dass es brenzlig wurde, hofften auf den einen erfolgreichen Konter ihres Teams – aber der kam nicht. Die Westers-Truppe brachte offensiv in der 2. Hälfte nichts zuwege. So war das 2:1 in der 85. Minute fällig, als Joaquim einen Freistoß durch die Borussen-Mauer rechts unten ins Eck setzte. Die Zitter-Zeit brach an. Nottuln hatte durch Schöne (87. u. 90.+2) noch Ausgleichs-Chancen, vergab aber auch diese, sodass Borussia am Ende einen wichtigen 2:1-Heimsieg bejubeln durfte.
„Wir haben bis zum Ende dran geglaubt“
Wir haben zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten gesehen“, stellte Borussias Trainer Roland Westers kurz nach dem Abpfiff der Partie zurecht heraus. „In der ersten Hälfte waren wir unglaublich überlegen. Da haben wir alles gezeigt, was ein Trainer sehen will“, lobte der Coach die starken ersten 45 Spielminuten seines Teams. „In der zweiten Hälfte sind wir mit der Umstellung der Nottulner auf Viererkette einfach nicht klar gekommen“, monierte Westers. „Wir haben dann keinen Zugriff mehr gehabt. Der Druck der Nottulner wurde daher immer größer. Als Joaquim den Dropkick drüber setzt, haben wir richtig Glück gehabt. Aber wir haben bis zum Ende daran geglaubt, dass wir vorne liegen, wenn der Schiri abpfeift. Und das ist anders als in der Vorsaison.“

