„1:1 ist ein gerechtes Derby-Resultat“

10.09.2024

Borussia hat die Chancen, scheitert aber an SVM-Keeper Fockers

 

Beide Teams schenkten sich im Nachbarschaftsderby nichts: Hier ein Duell zwischen Borussias Henrik Laumann (links) und Mesums Philip Grewe. | Foto: Thomas Strack

Spannend geht es in der Westfalenliga 1 zu. Nach fünf Spieltagen trennen Spitzenreiter TuS Hiltrup (9 Punkte) und den Tabellenelften GW Nottuln (6 Punkte) gerade mal drei Zähler. „In der Westfalenliga entscheidet jeden Sonntag die Tagesform“, betonte Borussia-Trainer Roland Westers nach dem 1:1 im Nachbarderby am Sonntag im Hassenbrock beim SV Mesum. „Ich war in Mathe nie besonders gut, ich warte mal ab bis zur Winterpause, dann schauen wir mal“, hält sich sein SVM-Kollegen Pascal Wilmes mit Prognosen zu Tabellenständen lieber zurück.


Jedenfalls sind die Borussen, aktuell Tabellenvierter mit 8 Zählern, und die Mesumer, Liga-Zweiter (9 Punkte), gut in die Spielzeit 2024/25 gestartet. Obwohl: Beide hätten am Sonntag gern das Derby gewonnen. Gastgeber Mesum hatte mehr Spielanteile. „Das wollten wir so“, merkte Westers dazu an, der sein Team mit Fünferkette gegen den Ball agieren ließ. „Wir wollten dann nach Ballgewinn die Umschaltmomente nutzen.“


Was nicht gelang, obwohl der Gast die besseren Torchancen verbuchte. Doch die Abschluss-Effektivität ließ arg zu wünschen übrig. „Henne“ Laumann (38.), Silas Burke (65.) und Noah Afiemo (88.) hatten ganz dicke Dinger frei vor SVM-Torhüter Phil Fockers, verfehlten aber ihr Ziel oder scheiterten am Keeper. „Die dickeren Chancen hatte Borussia“, musste dann auch SVM-Vorsitzender Michael Gordalla eingestehen. „Aber Phil hat das super gemacht“, lobte Mesums Torschütze zum 1:1, Lars Jenders, seinen Keeper.


„Wir müssen einfach ein, zwei Tore mehr machen, wir stehen ja dreimal frei vor dem Tor“, monierte Borussia-Kapitän „Henni“ Ohde, dass es sein Team versäumte, „den Deckel drauf zu machen“. Sein Co-Kapitän und Torhüter Luca Dömer pflichtete ihm bei: „Wir hatten nicht so oft den Ball, aber dafür die besseren Torchancen. Leider hat bei uns die Konsequenz im Abschluss gefehlt. Ich hätte hier schon lieber gewonnen“, so Dömer.


Die Mesumer gleichwohl auch, es gab ja „Großchancen auf beiden Seiten“, fand SVM-Stürmer Lars Jenders. „Der Punkt geht letztlich in Ordnung, auch wenn wir uns vorab mehr erhofft hatten.“


Von einem „sehr guten Ambiente und einer schönen Atmosphäre“ im Hassenbrockstadion, schwärmte SVM-Vorsitzender Michael Gordalla nach dem Abpfiff. „Das Derby war insgesamt ausgeglichen“, fand er. „Wir haben 9 Punkte nach 5 Spielen, das ist ein Top-Start, die Stimmung hier ist endlich wieder positiv.“


Mit Interesse verfolgte auch Marcel Langenstroer, bis zum Ende der Vorsaison noch Trainer des SV Mesum und nun sportlicher Berater seines Heimatvereins Borussia Emsdetten, das Duell. „Ein sehr ausgeglichenes Spiel“, so sein Fachkommentar. „Borussia hatte die besseren Chancen, Mesum die bessere Spielanlage und konnte nach dem 0:1 hinten raus noch zulegen. Daher: ein gerechtes Remis. Ich kenne kaum einen Keeper, der im Eins-gegen-eins besser ist als Phil Fockers, wie man in den Szenen gegen die Borussen-Stürmer Silas Burke und Noah Afiemo gesehen hat.“


Letztlich dürfen beide Teams mit dem Derby-Resultat zufrieden sein. Am kommenden Sonntag haben die Borussen daheim gegen Nottuln und die Mesumer in Rödinghausen die Chance, wieder einen Dreier zu landen.

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