War‘s denn jetzt ein Handelfer oder nicht? Die Szene in der 48. Minute des Nachbarschaftsderbys zwischen dem SV Mesum und Borussia Emsdetten trieb fast alle – Zuschauer, Spieler, Trainer – nach dem Abpfiff des Westfalenliga-Spiels am Sonntag im Hassenbrock, das mit 1:1 (0:0) endete, um.
Nun, lassen wir Borussia-Trainer Roland Westers die fragliche Situation schildern: „Eine lange Flanke in den SVM-Strafraum, Omar Guetat verschätzt sich ein bisschen, der Ball setzt auf und springt ihm an die leicht abgewinkelte Hand. Nach dem Regelwerk kann man dafür einen Elfmeter geben. Vielen Dank.“
Referee Gürhan Celik jedenfalls entschied so, zeigte auf den Punkt. Und Borussen-Stürmer Silas Burke verwandelte eiskalt links unten ins Eck – das 0:1 (48.).
Mesums Coach hatte – wen wundert‘s? – eine etwas andere Meinung zur strittigen Szene: „Wenn man solche Elfmeter pfeift, guckt bald keiner mehr Fußball“, wütete Pascal Wilmes, der zuvor während des Spiels in der 75. Minute „Gelb“ wegen Kritik am Schiri-Assistenten gesehen hatte.
Noch drastischer wären wohl die SVM-Reaktionen ausgefallen, wenn Lars Jenders in der 78. Minute nicht der Ausgleich gelungen wäre. Christian Biermann sprintete mit Ball an Borusse Hendrik Ohde vorbei. „Dann spielt er einen tollen Chipball in die Mitte, den ich nur noch einköpfen musste“, schilderte der Torschütze den insgesamt verdienten Ausgleich. Denn die Mesumer machten nach dem Rückstand viel Druck, wurden durch das 1:1 belohnt. Borussia leistete insgesamt viel Laufarbeit gegen den Ball und lauerte auf Umschaltsituationen.
Dicke Chance für Borusse Noah Afiemo
Die gab es, und zwar drei richtig gute! Doch Mesums Bester an diesem Nachmittag, Torhüter Phil Fockers, ließ keinen weiteren Treffer zu. So war Henrik Laumann nach feiner Kopfballablage von Burke frei durch, lupfte den Ball aber um Zentimeter links am Tor vorbei (38.). Dann scheiterte Burke (65.) ebenso im Eins-gegen-eins am überragenden Fockers wie Noah Afiemo (88.) mit seiner ersten Ballberührung nach seiner Einwechslung. „Da hat uns die Konsequenz im Abschluss gefehlt“, fasste es Emsdettens Torhüter Luca Dömer treffend zusammen.
Er stand übrigens seinem SVM-Kollegen in nichts nach, vereitelte durch Glanztaten die Großchancen der Mesumer Schmitz (64.) und Ostendorf (74.).
Und so waren es, neben dem Schiri, vor allem beide Torhüter, die in diesem Ortsderby im Fokus standen. Nach mauer 1. Hälfte wurden die offiziell 288 Zuschauerinnen und Zuschauer durch eine deutlich rasantere 2. Halbzeit versöhnt. Unterm Strich stand ein Remis, mit dem beide Mannschaften gut leben können.

