Das Unheil kündigte sich bereits kurz vor Start der Vorbereitung an. Da teilte Parker Brannon Borussia Emsdettens Trainer Roland Westers mit, er werde aus privaten Gründen vermutlich in seiner Heimat USA bleiben müssen und seine Karriere dort fortsetzen. Mittlerweile ist daraus ein Fakt geworden. „Er wird uns sehr, sehr fehlen“, bedauert Westers. Denn das beidfüßige Talent ist defensiv flexibel einsetzbar. Genau dort, wo der Westfalenligist ohnehin einen Engpass hat. „In der letzten Reihe fehlen uns noch ein, zwei Optionen“, sagt der Coach. Jemanden zu finden, der auch wirklich weiterhilft, sei schwierig. Falls also innerhalb des Sommer-Transferfensters nicht noch ein Kandidat vom Himmel fällt, „werden wir im Winter ganz genau hinschauen“.
Westers sieht es so wie Pep Guardiola
Angesichts der schmerzlichen Abgänge der Defensiv-Stützen Moritz Uphoff, Kevin Torka (beide Karriereende) und Marius Klöpper (zu 05) werde es „nicht so einfach, im Spiel gegen den Ball die Qualität aus dem Vorjahr zu halten“. Nach vorne hin sieht Westers dagegen Fortschritte. In dem Zusammenhang zitiert er Man-City-Trainer Pep Guardiola, der gesagt hat, er könne seiner Mannschaft den Weg Richtung gegnerisches Tor zeigen, „aber vorne müsst ihr es selber machen“. Westers sieht es genauso: „Im letzten Drittel kommt es auf die individuelle Qualität an.“ Und da scheint Borussia auch dank vieler guter Transfers wie Laurentin Tuca, Markus Weidel, Tim Kraushaar oder Noah Afiemo bestens aufgestellt zu sein.
Es tobt der Kampf um die Stammplätze
Nur wenige Borussen können sich derzeit einigermaßen sicher sein, beim Saison-Anpfiff am 11. August auswärts gegen SF Ostinghausen auf dem Platz zu stehen. Abwehr-Chef Henni Ohde etwa. Oder Neuner Silas Burke, ebenfalls ein Top-Neuzugang. Ansonsten tobt der Kampf um die Stammplätze. Auch die bisherige unumstrittene Nummer eins Luca Dömer darf sich nicht zurücklehnen, Engin Shegay (18) macht ihm Feuer unterm Hintern. „Ein unfassbar guter Junge“, freut sich Westers über den Neuzugang, „auf der Torhüter-Position haben wir so wenig Probleme wie wohl seit 20 Jahren nicht mehr.“
Trotz des Konkurrenzkampfs sei die Stimmung im Kader „wirklich gut“, hat Westers beobachtet. Und: Alle geben Vollgas. „In Sachen Einstellung und Leistungsbereitschaft ist es ein riesiger Unterschied zur Vorsaison.“ Der Umbruch im Kader habe den erhofften frischen Wind gebracht.
Im Kampf um die Stammplätze haben die Spieler am Sonntag die nächste Gelegenheit, Pluspunkte zu sammeln. Um 14 Uhr schaut Münster 08, in der Vorsaison Bezirksliga-Zweiter, zum Testen am Teekotten vorbei.
- Sonntag, 28.07.24 um 14:00 Uhr, Teekotten: Borussia Emsdetten I - SC Münster 08.

