Abstiegskampf-Beben in der Kreisliga A

23.05.2024

Fußball: Ochtrup zieht Team zurück / Weitreichende Auswirkungen

Der FSV Ochtrup zieht seine Reserve zum Saisonende aus der Fußball-Kreisliga A zurück, gilt damit als erster Absteiger. Andere Kellerkinder können dadurch aufatmen bzw. wieder Hoffnung schöpfen. Selbst den Aufstiegskampf betrifft die Nachricht.

Finn Tiltmann (li.) beim Heimspiel der Borussen-Reserve gegen FSV Ochtrup II. Dass sich das Gäste-Team nach der Saison freiwillig aus der A-Liga zurückzieht, löst bei vielen Abstiegskonkurrenten Entspannung aus.Oberheim | Foto: Bernd Oberheim

Der FSV Ochtrup zieht seine Reserve zum Saisonende aus der Fußball-Kreisliga A zurück. Das bestätigte Jan Kappelhoff, der als Sportlicher Leiter der 2. und 3. Mannschaft fungiert. Ein entsprechendes Schreiben des Vereins liegt Staffelleiter Gerhard Rühlow vor. Das löst bei einigen Abstiegskandidaten großes Aufatmen aus. Borussia Emsdettens Reserve (Tabellen-11.) und Westfalia Leer (13.), für die es am letzten Spieltag am Sonntag noch hätte wackelig werden können, sind nun gerettet. Und Eintracht Rheines U23, deren Abstieg als Tabellen-Drittletzter eigentlich schon feststand, kann plötzlich wieder hoffen.


Ochtrups Rückzug-Entscheidung hatte sich in den vergangenen Wochen angedeutet. Da die 1. Mannschaft – die ebenfalls in der Steinfurter A-Liga beheimatet ist – im Sommer viele Spieler verliert, hatte man sich bei den Rot-Schwarzen dazu entschieden, für die Vorbereitung „Erste“ und „Zweite“ zusammenzulegen und danach zwei Teams für die Saison 2024/25 zu bilden. Schnell kam den Verantwortlichen die Einsicht, dass die Zweitvertretung – aktuell auf Rang zwölf liegend – aller Voraussicht nach nicht die nötige sportliche Qualität fürs Kreisoberhaus haben wird. Kappelhoff: „Wir haben uns diese Woche dann zur Abmeldung aus der A-Liga entschieden.“


Eintracht Rheine II mit bangem Blick in die Bezirksliga


Die Ochtruper gelten damit als erster Absteiger. Da Eintracht Rodde und der SC Altenrheine II am letzten Spieltag keine Chance mehr auf den Klassenerhalt besitzen, stehen drei Absteiger fest. Ein Vierter könnte folgen, falls Germania Horstmar aus der Bezirksliga runter müsste. Das würde bedeuten, dass die U23 des FC Eintracht Rheine (Tabellenplatz 14) als viertes Team aus der A-Liga absteigen müsste. Retten sich die Germanen, bleiben die Eintrachtler weiter in der Kreisliga A – dank Ochtrups freiwilligem Verzicht.


„Das macht uns am Sonntag natürlich zu Horstmar-Fans“, sagt FCEII-Teammanager Markus Helmes. „Wir haben schon länger auf die Abmeldung des FSVII spekuliert, jetzt aber gar nichts mehr gehört und somit auch gar nicht mehr daran geglaubt. Das freut mich natürlich mega für meine Jungs, wenn sie die Klasse doch noch halten.“ Kuriosität am Rande: Das Traineramt beim FCEII übernimmt nächste Saison Thorsten Weis. Der coacht aktuell noch Ochtrups Reserve, deren freiwilliger Abstieg nun seinem künftigen Team wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt gibt.


Erleichterung bei Borussia Emsdetten II


Während die Eintracht noch bangt, kann Borussia Emsdettens Reserve erleichtert durchschnaufen. Auch wenn Trainer Klaus Frank sagt: „Wenn man auf diese Weise in der Liga bleibt, ist es nicht ganz so schön.“ Er hätte es lieber auf rein sportlichem Wege geregelt. „Wir haben es oft genug selbst in der Hand gehabt, haben uns häufig nicht belohnt.“ Dennoch war sein Team auch dank des 2:2 am Montag in Gellendorf („Der Punkt war Gold wert“) auf bestem Wege Richtung Klassenerhalt, der nun fix ist.


„Dadurch wird das kommende Wochenende etwas entspannter“, sagt Frank. „Das hindert uns aber nicht daran, gegen Nordwalde Gas zu geben.“ Diese Aussage wird man wiederum bei Germania Hauenhorst gerne hören, denn der Tabellenzweite muss im Aufstiegskampf hoffen, dass Spitzenreiter Nordwalde am Sonntag bei Borussia Emsdetten II Federn lässt und nur Unentschieden spielt oder verliert.

img-0332