2:1 Sieg in Espelkamp - Borussias Rettung

21.05.2024

Fußball-Westfalenliga: Spätes Gegentor ist diesmal egal

 

Von Marius Holthaus

 

Borussias Spieler feierten mit ihren Fans, hüpften zu „Humba Humba Humba Täterä“ im Kreis. Mit dem 2:1-Sieg am Montag in Espelkamp ist der Klassenerhalt in der Westfalenliga geschafft. Der Abstiegskampf hat bei Trainer Westers Spuren hinterlassen.

Der Moment des Abpfiffs: Jubel auf der Borussen-Bank, Trainer Roland Westers stürmt erleichtert aufs Feld, selbst den am Fuß verletzten Kevin Torka (li.) hält nichts mehr. | Foto: Marius Holthaus

 

Während die Spieler mit den mitgereisten Fans feierten, zu „Humba Humba Humba Täterä“ im Kreis hüpften, blieb Borussen-Trainer Roland Westers auf Abstand und starrte auf sein Handy. Er wartete auf die Nachricht vom Abpfiff der Partie des FC Nordkirchen in Kinderhaus. Dann kam sie: Nordkirchen hatte verloren, Borussia ist damit im Abstiegskrimi der Westfalenliga einen Spieltag vor Schluss gerettet. Jetzt endlich konnte sich auch Westers, der geschaffter und ausgelaugter als seine Spieler wirkte, endlich über den so wichtigen 2:1 (1:0)-Auswärtssieg am Montag bei Preußen Espelkamp final freuen.

 

 Die Jungs haben wieder alles reingeworfen und sind diesmal belohnt worden. Mehr als verdient nach den letzten Wochen.“ Westers spielte damit vor allem auf die ewigen späten Gegentore an. Wie sehr die an seinen Nerven gezerrt haben, zeigt sich auch hieran: Als unsere Zeitung den Coach eher augenzwinkernd darauf ansprach, dass es auch in Espelkamp wieder spät im eigenen Kasten geklingelt hat, entgegnete Westers: „Geh mir nicht aufn Keks, du Vogel.“ Die 88. Minute, Borussia führte nach starker Leistung mit 2:0, als eine Espelkamper Hereingabe Emsdettens Innenverteidiger Hendrik Ohde an den leicht abgespreizten Arm sprang. Elfmeter! „Bitter, aber kann man geben“, sagte Ohde fair. Preußens Goalgetter Dimitrios Nemtsis verwandelte (88.), nur noch 1:2. In den Schlussminuten drückten die Hausherren, die selbst auch noch einen Punkt zur Rettung brauchen und nichts zu verschenken hatten, bei einer Ecke ging auch Keeper Nik Deubel mit nach vorne, doch Borussia überstand die kribbelige Phase. Kribbelig hatte es auch begonnen. Borussia hatte zunächst Mühe mit Espelkamps Offensivreihe Nemtsis, Horly Moudouhy und Michael Wessel. In der 6. Minute kam Wessel im Strafraum an den Ball, Ohde störte ihn nicht richtig, der Preuße zog aus der Drehung ab, Schlussmann Luca Dömer lenkte den Ball mit einem Reflex an die Latte. Danach wurde Borussia immer sicherer, ließ kaum noch etwas zu. Und hatte ebenfalls Alu-Pech, als der Ball nach einer Ecke von Vincent Schulte aus dem Getümmel heraus an den Giebel klatschte, das wäre ein Eigentor gewesen (17.).

 

Dann die 35. Minute. Ohde erkämpfte an der eigenen Box die Pille gegen Niklas Hille, der Konter lief, Henrik Möllers passte mit dem Außenrist zu Vincent Schulte. Der schlug einen Haken, dann noch einen, hatte so Abwehrmann Ryo Miyazaki abserviert und vor allem: den Ball auf seinem starken linken Fuß. Er zog vom Strafraumeck ab, die Kugel zischte ins lange Eck in den Winkel (36.). Traumtor zum 1:0! Nach Wiederanpfiff störte Espelkamp früher. Fast direkt mit Erfolg, nach einem Fehlpass von Keeper Dömer und anschließender Flanke verpasste in der Mitte Nemtsis hauchdünn mit dem Kopf (51.), ebenso wenig später Moudouhy, bei dem das Timing nicht stimmte (60.). Ansonsten war Borussia stabil – und schlug wieder zu. Schulte bediente vorm Sechzehner Henrik Laumann, der marschierte mit dem Ball entschlossen durch zwei Mann durch und traf aus 13 Metern ins rechte Eck zum 2:0 (63.). Jubel um den 2:0-Schützen Henrik Laumann (Mitte). Jubel um den 2:0-Schützen Henrik Laumann (Mitte). | Foto: Marius Holthaus Dass Borussia hinten raus noch zittern musste, lag daran, dass sie ihre zunehmenden Freiräume schlecht nutzten, unsauber spielten und sich festrannten. Und wohl auch daran, dass Zittern und Drama in dieser Saison bei ihnen einfach dazugehören.

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