Kommt dieses Spiel für den strauchelnden Westfalenligisten Borussia Emsdetten gerade recht? Am Sonntag geht es zum Spitzenreiter SC Verl II. Da kann man trotz der aktuellen Drucksituation doch eigentlich mit einer entspannten Wir-können-nur-gewinnen-Einstellung hinfahren. Diesem Denken schiebt Trainer Roland Westers allerdings sofort einen Riegel vor. „Wir haben nur noch sechs Spiele. Von daher ist keines davon mehr geeignet zu sagen: Wenn nicht, dann halt nicht. Wir fahren mit dem klaren Ziel dahin, etwas mitzunehmen.“
Borussias Vorsprung auf die Abstiegsränge ist durch die seit Oktober anhaltende Sieglos-Serie auf drei Punkte zusammengebröselt. Nächstes Wochenende steht das immens wichtige Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Haltern an. Spielt diese Partie in den Köpfen nicht längst die Hauptrolle? Und wieder grätscht Westers sofort dazwischen: „Haltern ist nächste Woche. Jetzt geht es gegen Verl. Es ist absolut nicht unmöglich, dort etwas zu holen.“ Vorbilder gibt es. Zunächst mal das Hinspiel (0:1), „da haben wir erst in der 81. Minute einen gekriegt“, erinnert sich Westers. Und: Zwei seiner drei Niederlagen kassierte der Titelfavorit gegen Espelkamp und Nordkirchen, „die ja auch im Tabellenkeller rumrennen“.
„Haben uns akribisch vorbereitet“
Natürlich wisse man um die Schwere der Aufgabe. Wie soll die Überraschung gelingen? „Wir haben uns akribisch vorbereitet und eine Idee entwickelt, wie dort was machbar ist.“ Wird’s eine Einigel-Taktik? Westers lässt sich nicht in die Karten schauen, antwortet: „Vielleicht wird‘s ja auch Angriffs-Pressing.“ Zudem brauche man einen sehr guten, der Gastgeber einen weniger guten Tag. Und Spielglück, das Borussia seit Monaten fehlt. Beispiele sind die ständigen späten, entscheidenden Gegentore. Oder die jüngste 1:4-Heimpleite gegen Rödinghausen II, als die ersten drei Chancen des Gegners alle direkt zu Toren führten (35., 39., 57.).
Zwei Probleme nimmt Borussia mit nach Verl. Zum einen fehlt Westers noch immer „die Konstanz bei der Einstellung. Wirklich jedem sollte bewusst sein, wie eng die Situation ist. Wir müssen jetzt sechs mal 90 Minuten Vollgas geben. Sonst ist es der Anfang vom Ende.“ Und: Wieder steht dem Coach nur ein Rumpfkader zur Verfügung, zu den schon länger Fehlenden gesellen sich aktuell noch Daniel Mladenovic (Oberschenkel) und Kevin Hagemann (gelb-gesperrt), vielleicht auch der angeschlagene Max Rengers.

