Borussia leitet 1:4-Heimpleite selbst ein

15.04.2024

Fußball-Westfalenliga: Nächster herber Rückschlag

Über eine halbe Stunde lang passierte am Sonntag bei Borussia Emsdettens Westfalenliga-Heimspiel gegen SV Rödinghausen II nichts. Dann Eckball für Borussia – und daraus entstand der Gegentreffer zum 0:1. Endstand: 1:4.

Borusse Henrik Laumann (Mitte) leitete mit einem Fehlpass nach eigener Ecke den Rödinghauser Konter zum 0:1 ein (35.). | Foto: Bernd Oberheim

Über eine halbe Stunde lang passierte am Sonntag bei Borussia Emsdettens Westfalenliga-Heimspiel gegen SV Rödinghausen II nichts. Es drängte sich der Eindruck auf: Falls hier irgendwer mal

gefährlich werden sollte, dann durch das Allheilmittel Standards. Und so kam es dann auch, jedoch völlig anders als erwartet.


Die 35. Minute: Borussia führte eine Ecke kurz aus, Henrik Laumanns Versuch einer Flanke misslang, der verunglückte Ball landete vor dem Strafraum beim Gegner, und schon war der Konter auf dem Weg. Auf links ließ der pfeilschnelle Latif-Bilal Alassane Borussias Max Rengers einfach stehen, gab flach nach innen, wo Lennard Bladt zum 0:1 vollendete. Es war der Auftakt zu Borussias 1:4 (0:2)-Pleite.


„Die ersten drei Chancen des Gegners waren direkt alle drin“, haderte Trainer Roland Westers nach dem x-ten missratenen Anlauf, sich im Abstiegskampf endlich Luft zu verschaffen.


Einen ihrer erst vier Saisonsiege hatten die Borussen im Hinspiel geschafft (2:1). Nicht nur deswegen ging der Tabellen-Siebte Rödinghausen II die Revanche in Emsdetten vorsichtig an. „Wir sind zuletzt auswärts einige Male ins offene Messer gelaufen“, erklärte Trainer Jan Stromberg den defensiven Auftritt. Die Gäste standen tief, stellten bei Borussen-Angriffen auf Fünferkette um – und setzten erfolgreich vorne ihre Nadelstiche. Vier Minuten nach dem 1:0 ein langer Ball, Hendrik Ohdes Kopfballabwehr landete beim Gegner, überhaupt zeigte Borussia in der Szene schlechtes Rückzugsspiel.

Tolga Dogan bediente im Strafraum Alassane, der diesmal von der anderen Seite flach nach innen gab, wo Fynn Mewes völlig frei auf 0:2 stellte. Zur zweiten Halbzeit wechselte Borussia Stürmer Daniel Mladenovic ein, stellte ein wenig um und hatte durch Kevin Meise (49.) und Vincent Schulte (54.) erste – harmlose – Torabschlüsse.

 

Statt Aufholjagd der nächste Nackenschlag: Ecke Noah Köse, Kopfballverlängerung Fynn Rausch-Bönki und Kenson Bauer nickte zum 0:3 ein (57.). „Einstudiert“, so Trainer Stromberg. Kurzer Hoffnungsschimmer für Borussia Erst danach wurde die ersatzgeschwächte Borussia (Westers: „Die Ausfälle können wir nicht kompensieren“) endlich gefährlich, ein 17-Meter-Schuss von Vincent Schulte forderte Rödinghausens Keeper Hannes Kramp (63.). Auf der anderen Seite verhinderte Torhüter Luca Dömer – bei allen Gegentreffern machtlos – gegen Dogan das 0:4 (70.).

Dann ein Hoffnungsschimmer: Nach Foul an Tom Holöchter verwandelte Mladenovic den fälligen Elfer zum 1:3 (74.), direkt danach ging ein Schulte-Schuss knapp vorbei (75.). Die kleine Hochphase endete, als Borussia nach einem gegnerischen Freistoß den Ball nicht wegbekam, pennte und Mewes ungestört am zweiten Pfosten zum 1:4 einschieben durfte (77.). Einzige gute Nachricht: Auch Borussias Abstiegskonkurrenz schwächelte am Sonntag, der Vorsprung auf die Rotlichtzone beträgt weiter drei Punkte.


Das sagen die Trainer

 

„Die Gier aufs Tor war nicht so da, wie sie sein sollte“, stellte Borussen-Trainer Roland Westers nach der 1:4-Pleite fest. Daher habe es von seiner Elf lange Zeit kaum Aktionen im letzten Drittel gegeben. Beim 0:1 habe man mit dem Fehlpass nach eigener Ecke mitgeholfen, beim 0:2 den Gegner zwar zu einem langen Ball gezwungen, sei dann aber nicht zur Stelle gewesen – „und dann gehst du mit entsprechender Stimmung in die Kabine“. Das 1:4, so Westers, fiel nach typischem Schema: Borussia hatte eine Freistoß-Flanke eigentlich schon abgewehrt, „aber dann verlieren wir komplett die Ordnung, gucken nur auf den Ball und 0,0 auf die Gegenspieler. Den Fehler kriegen wir einfach nicht raus.“ Jan Stromberg, Coach von SV Rödinghausen II: „In der ersten Halbzeit haben wir nichts zugelassen, waren selbst sehr effizient.“ Nach vorne hin habe sein Team schnelle Leute, über die man wie geplant zugestochen habe. Stromberg: „Nach Borussias Tor zum 1:3 wurde es noch mal kurz kriminell. Wenn direkt danach der Ball zum 2:3 reingeht, wird es wieder eng. Insgesamt war es aber ein souveräner Sieg für uns.“

 

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