-mho- EMSDETTEN. In grauer Vorzeit, am 10. Dezember 2023, begann sie: Borussia Emsdettens unheimliche Unentschieden-Serie. Die letzten sieben Westfalenliga-Partien endeten allesamt remis. Wie denken die Spieler darüber?
Offensivmann Vincent Schulte : „Bei manchen Unentschieden sage ich: Ist in Ordnung. Der Großteil war aber bitter. Wie das 2:2 nach 2:0-Führung gegen Nottuln oder das 0:0 in Nordkirchen, wo wir in Unterzahl viele Torchancen vergeigt haben.“ Auch die jüngste Punkteteilung gegen Maaslingen liegt ihm noch schwer im Magen. „Wir haben so viele Dinger noch weggekratzt“, erinnert er an die Abwehrschlacht – die mit dem Gegentor zum 1:1 in der Nachspielzeit endete. Schulte: „Gut, dass wir über Ostern frei und Zeit hatten, das zu verdauen.“
Im Gegensatz zu manchem Hinrunden-Spiel haue Borussia mittlerweile immer 100 Prozent in den Spielen rein. Trotzdem will es mit dem fünften Saisonsieg nicht klappen. „Es ist wie verhext“, hadert Schulte. Er ist es auch leid, dass sich Dienstag für Dienstag die Trainer-Ansprachen um denselben Unentschieden-Brei drehen. Schulte: „Ich bin aber guter Dinge, dass wir jetzt Sonntag in Delbrück die Serie beenden und Dienstag beim Training mal wieder über einen Sieg sprechen können.“
„Es wird Zeit, dass wir uns mal wieder belohnen“, betont auch Innenverteidiger Moritz Uphoff . Denn die Leistung habe oft gestimmt. Die Remis-Serie („So etwas habe ich noch nicht erlebt“) sei daher „sehr ärgerlich, weil in einem Großteil der Spiele Siege möglich gewesen wären. Es ist wichtig, dass wir das Positive mitnehmen. Auch wenn es oft deprimierend war, wenn wir kurz vor Schluss den Ausgleich kassiert haben. Oder in Nordkirchen 40 Minuten in Unterzahl viele Chancen auf den Siegtreffer vergeben haben.“
Torwart Luca Dömer zählt gar fünf Spiele aus der Unentschieden-Serie auf, die Borussia hätte gewinnen können: gegen Bockum-Hövel, Nottuln, die Hammer SpVg, Nordkirchen und Maaslingen. Mit Abstrichen auch gegen Hiltrup. „Da fangen wir uns in der 80. Minute das 1:1, fünf Sekunden vorher ist Mo Uphoff beim Kopfball von hinten gestoßen worden. Ein klares Foul.“ Bei manchen der jüngsten Partien gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellen-Bereich hätte man vorher durchaus ein Remis unterschrieben, sagt Dömer. „Aber wenn man sich die Spiele dann nachher anguckt, tun einige Unentschieden sehr, sehr weh...“
Zur Wahrheit gehört auch: Borussia ist seit dem 22. Oktober in der Liga sieglos, der Vorsprung auf die Abstiegsränge auf drei Punkte geschrumpft. Schlägt die Flaute auf die Stimmung im Team? „Die Stimmung wird momentan eher besser“, antwortet Dömer. „Man merkt, dass die Jungs die Situation angenommen haben, es wird viel mehr gegenseitig gepusht!

