Dömer patzt und pariert einen Elfer

11.03.2024

Dömer patzt und pariert einen Elfer

Borussia nur 1:1 (0:0) gegen Hamm

Sonntag, 10. März 2024 - 20:18 Uhr

von Christoph Niemeyer

Foto: Bernd Oberheim

Borusse Max Rengers klärt hier per Kopf, er räumte im defensiven Mittelfeld gut ab, aber auch er setzte keine Akzente im Spiel nach vorn.

Das war Abstiegskampf pur, was Borussia Emsdetten und die Hammer Spielvereinigung am Sonntag vor 210 enttäuschten Zuschauenden im Walter-Steinkühler-Stadion ablieferten. Die einhellige Meinung beider Trainer nach dem 1:1 (0:0)-Unentschieden: „Das hatte mit Westfalenliga-Fußball nichts zu tun!“

 

Im Fokus der insgesamt mauen Partie: Borussia-Torhüter Luca Dömer. Nachdem die Dettener in der 64. Minute durch eine der wenigen gelungenen Offensivaktionen das 1:0 durch Kevin Meise erzielt hatten, patzte der Keeper nur drei Minuten später – und Hamm kam zum Ausgleich.

 

Borussias ärgerlicher Gegentreffer

 

So passierte es: Rückpass von Marius Klöpper auf Dömer, der lässt sich auf ein riskantes Dribbling im eigenen Sechzehner ein, gewinnt es und passt den Ball zurück zu Klöpper. Der Borussia-Verteidiger spielt das Leder noch mal zu Dömer, der zögert, obwohl er von Hamms Noyan Efe Bayaki angelaufen wird. Der Gästestürmer blockt dann den Schuss Dömers – und der Ball trudelt als „Pissbogen“ zum 1:1 ins rechte Eck. Dümmer kann man einen Ausgleich kaum kassieren.

 

Damit nicht genug. Nur vier Minuten später foult „Henni“ Ohde deutlich hörbar Hamms Öztürk im Strafraum. Schiri Nils Hasse zeigt auf den Punkt – Elfmeter. Barbaros Inan legt sich den Ball zurecht, schießt halbhoch aus seiner Sicht nach rechts. Luca Dömer fliegt in die richtige Ecke, pariert den Schuss und macht so seinen fatalen Patzer zuvor, der zum Ausgleich führte, wieder wett. Immerhin.

 

In einer schwachen 1. Hälfte agierte Borussia arg zweikampfschwach wie fehlerlastig im Spielaufbau. Der Gast aus Hamm unterschied sich da aber in keiner Weise. Borussia hatte eine gute Chance, als Marius Klöpper von rechts flankte und Henrik Möllers den Ball aus acht Metern direkt nahm. Hamms Keeper Kindler kam noch ans Leder dran, das ein HSV-Verteidiger dann kurz vor der Linie klärte (18.).

 

Auf der Gegenseite vergaben Inan und Mihajlovic (24.) eine erste Doppelgroßchance. 13 Minuten später tauchte Mihajlovic nach einem Fehlpass von Moritz Uphoff frei vor Dömer auf, der geschickt abblockte. Der Abpraller landete bei Bayaki, dessen Schuss von Uphoff geblockt wurde (37).

 

Nach der Pause hatte Borussia deutlich mehr Ballbesitz, aber wenig Ideen, wie das HSV-Abwehrbollwerk zu knacken sei. Bis zur 64. Minute: Da zirkelte Innenverteidiger Hendrik Ohde einen 45-Meter-Diagonalpass in den Lauf von Kevin Meise. Der war frei durch und spitzelte den Ball an Torhüter Kindler vorbei zum 1:0 für Borussia ins Netz (64.).

 

Es folgten der Dömer-Patzer zum 1:1 (67.) und der gehaltene Elfer (71.). Danach gab es einen Schockmoment für Rot-Weiß, als Klöpper beim Konter auf die rechte Schulter fiel und später mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. „Das Schlüsselbein, Marius wird wohl lange ausfallen“, sorgte sich Borussia-Sportleiter HD Jürgens nach der Partie.

 

Diese hätten die Dettener trotz allem fast noch gewonnen. Denn in der 90. Minute war Tom Holöchter auf der rechten Seite frei durch, steuerte aus spitzem Winkel auf den HSV-Torhüter zu. Statt selbst zu schießen, legte er aber den Ball zurück – nur war da kein Borusse, um zu vollenden. „Das kann doch nicht wahr sein“, fluchte Trainer Roland Westers und traktierte die Bande. Es half nichts, es blieb beim 1:1.

 

Das sagen die Trainer

 

  • „Das war ein wichtiges Spiel für beide Mannschaften. Wir wollten kompakt in der Defensive stehen und wenig Borussia-Chancen zulassen“, sagte Hamms Trainer Ferhat Cerci nach der Partie. „Wir haben in der 1. Hälfte nur eine Chance zugelassen, hatten selbst zwei Hundertprozentige. In der 2. Halbzeit stehen wir nach einem 50-Meter-Diagonalpass schlecht, bekommen aus dem Nichts das 1:0, machen dann aber postwendend das glückliche 1:1. Danach haben wir eine starke Phase, müssen mit dem Elfer das 2:1 machen. Aber wenn du unten drinstehst, fehlt dir das Glück. Dennoch bin ich mit dem 1:1 nicht zufrieden, da wir ein leichtes Chancenplus hatten. Ich wünsche beiden Mannschaften, dass sie in der Westfalenliga bleiben.“
  • Roland Westers (Borussia): „Die Zuschauer können nach so einer Leistung ihr Geld zurückverlangen. Mehr noch: Sie müssten eigentlich zudem eine Entschädigung dafür erhalten, was sie sich hier angucken mussten. Beide Mannschaften stecken im Abstiegssumpf, sind verunsichert. Uns sind heute unfassbar viele Fehlpässe unterlaufen. Das war nach dem Nottuln-Spiel, in dem wir bis zur 85. Minute ja gut agiert haben, nicht nachvollziehbar. Zudem waren wir Hamm heute in der 1. Halbzeit im Zweikampf deutlich unterlegen
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