Schultes Gelb-Rot kostet Borussia den Sieg

04.03.2024

Fußball-Westfalenliga: Kurz vor Ende wird aus 2:0 noch 2:2

Heute, 3. März 2024 - 19:40 Uhr

von Christoph Niemeyer

Foto: Bernd Oberheim

Borusse Vincent Schulte (Mi.) stand wieder im Fokus der Partie: Erst traf er zum 2:0 (63.), dann flog er mit Gelb-Rot (86.) vom Platz.

Bis zur 85. Minute läuft für Borussia Emsdetten am Sonntag im Westfalenliga-Spiel gegen GW Nottuln alles nach Plan. Die Rot-Weißen führen mit 2:0, steuern auf drei sichere Punkte zu. Doch dann bringt eine Aktion alles ins Wanken – und am Ende müssen sich die Rot-Weißen mit einem 2:2 und nur einem Zähler zufriedengeben.

 

Die 86. Minute: Borusse Vincent Schulte will einen Angriff der Nottulner verhindern, greift kurz vor der Mittellinie bei seinem GW-Gegenspieler zur „Textilbremse“. Klare Sache: Gelbe Karte. Doch Schulte drischt auch noch den Ball in Richtung Torhüter Luca Dömer.

 

Schiri Lars Sielemann eilt herbei, zückt einmal Gelb – völlig korrekt – und gleich noch mal Gelb hinterher. Fasst alsdann in seine Batzentasche und zeigt dem konsternierten Schulte somit Gelb-Rot.

 

Westers: „Bodenlose Lüge“

 

Eine Entscheidung, die Trainer Roland Westers maßlos aufregt. „Der Ball war de facto noch im Spiel, da Vincent den Ball in Richtung Luca geschlagen hat, als der Pfiff noch nicht ertönt war“, so Westers stinksauer bei der Pressekonferenz. Dass Schiri Sielemann das anders gesehen hat, nennt der Borussen-Trainer eine „bodenlose Lüge“.

 

Wie dem auch sei. Trotz allem war es dumm von Schulte, den Ball wegzuschlagen. Einfach die „Gelbe“ kassieren, sich in der Defensive neu aufstellen – und die drei Punkte wären jetzt auf dem Borussia-Konto. Doch in Unterzahl wackelt plötzlich die bis dato so sattelfeste Defensive der Rot-Weißen. In der 86. Minute verhindert Torhüter Dömer noch mit einer Mega-Parade aus drei Metern gegen Picht den Anschlusstreffer. Die daraus resultierende Ecke wehrt Borussia zu kurz ab, und Wenning trifft aus zwölf Metern zum 2:1 (87.). Nottuln schmeißt alles nach vorn. Nur eine Minute später geht Picht im Borussen-Sechzehner mit dem Kopf zum Ball, Dettens Marius Klöpper mit dem Fuß. Der Borusse trifft den Nottulner, nicht den Ball – Elfmeter. Hesker wuchtet das Leder links rein – 2:2 (89.).

 

Sechs Minuten Nachspielzeit zeigt Referee Sielemann an. Kippt diese Partie noch ganz? Nein. Borussia rettet zumindest noch das 2:2 über die Zeit. Gleichwohl ist dieses Remis eine gefühlte Niederlage.

 

Nottulner Proteste nach Borussias 1:0

 

Denn zu Beginn ist die umformierte Borussia-Elf richtig gut, stark im Pressing und natürlich bei Standards. Marius Klöpper (11.) hat die erste Großchance, GW-Keeper Hunnewinkel rettet per Fußabwehr zur Ecke. Die bringt Kevin Torka von rechts nach innen. Getümmel vor dem Nottulner Tor, GW-Verteidiger Schöne ist am Ball dran, das Leder drin – 1:0 für Borussia. Die Proteste der Gäste, ihr Keeper sei behindert worden, ändern nichts.

 

Danach hat Nottuln viel Ballbesitz, aber wenig Chancen. Stüve trifft zwar, aber aus Abseitsposition (14.). Messing (35.) ist frei durch, verzieht jedoch. Borussia hat Raum zum Kontern, macht aber mehrfach nichts daraus. 1:0 zur Pause.

 

Nottuln drückt nach dem Wechsel, doch Henrik Laumann vergibt per Kopf auf der Gegenseite aus drei Metern das 2:0 (62.). Eine Minute später fährt Detten dann einen Konter aus dem Lehrbuch. Drei Stationen: Kevin Meise steil auf Attila Szabo, der setzt sich im Zweikampf durch, guckt, sieht Vincent Schulte, legt ihm den Ball maßgerecht flach in den Lauf – 2:0 (63.). Alles läuft nach Plan für die Borussia.

 

Bis zur 86. Minute. Dann fliegt Torschütze Schulte vom Platz. Und Borussia schmeißt so noch zwei ganz wichtige Punkte weg.

 

Das sagen die Trainer

 

  • Nottulns Coach Marvin Möllers nach der Partie: „Borussia hat sich das Leben durch die dumme Gelb-Rote Karte selbst schwer gemacht. Wir machen am Ende glücklich noch diese beiden Tore und nehmen den Punkt gern mit.“
  • Roland Westers (Borussia): „Wir haben heute 85 Minuten lang sehr gut und konzentriert in der Defensive gespielt und so gut wie nichts zugelassen. Wir haben das super umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Daher ist es umso ärgerlicher, wenn der Schiedsrichter dann so ins Spiel eingreift. Diese Gelb-Rote Karte war am Ende mitentscheidend. Die darf er nicht geben.“
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