Chancenwucher kostet SG Bockum-Hövel Punkte gegen Emsdetten

26.02.2024
wa.de  Von:
Das schreiben die anderen (Westfälischer Anzeiger Verlagsgesellschaft)

 

 

Fußball-Westfalenligist SG Bockum-Hövel muss sich nach 3:1-Führung mit einem Punkt gegen Borussia Emsdetten begnügen - beim 3:3 lässt das Team viele Chancen zur Entscheidung liegen.

Hamm – Als Schiedsrichter Nikolai Mester die Partie der Fußball-Westfalenliga zwischen der SG Bockum-Hövel und dem SV Borussia Emsdetten abgepfiffen hatte, waren sich alle Beteiligten einig: Noch ein paar Minuten länger, und die Wahrscheinlichkeit wäre groß gewesen, dass die Gäste dieses Kellerduell mit einem Sieg beendet hätten. So hieß es 3:3 (3:1) nach einer Partie, in der sich die Bockum-Höveler nach 60 Minuten schon wie die sicheren Sieger gefühlt hatten. Die 3:1-Pausenführung der SG hatte zu diesem Zeitpunkt noch Bestand, der Gastgeber hatte vier weitere Hochkaräter vergeben. Und Emsdetten war „eigentlich mausetot“, wie SV-Trainer Roland Westers einräumte. „Kriegen wir da das 4:1, ist die Sache erledigt. So kommen wir aus dem Nichts zum Anschluss, Bockum-Hövel fängt an zu schwimmen, die Beine werden schwerer. Und am Ende wäre für uns sogar mehr drin gewesen.“

 

Die Psyche spielt mit Die Psyche, halt. So sah es auch SG-Kapitän Jonas Westmeyer, der feststellte: „Das ist dann Unvermögen, Kopf, Situation. Den darfst du nicht aus der Hand geben. Wir mussten nichtmal das 4:1 machen, sondern nur souverän das 3:1 halten.“

 

Die ersten zehn Minuten im Spiel des Tabellen-13. gegen den -zwölften gehörten noch den Gästen, deren zweite gute Chance die Führung brachte: Kapitän Hendrik Ohde war nach einer Ecke per Kopf zur Stelle (10.). Auf der anderen Seite postwendend die Antwort: Der erste vielversprechende Angriff der Hausherren auf dem Kunstrasen des Adolf-Brühl-Stadions brachte den Ausgleich. Michael Rzeha schloss einen Konter beherzt aus spitzem Winkel im Strafraum ab, und SV-Torhüter Luca Dömer patzte, ließ den Ball von der Brust ins Tor prallen. „Danach haben wir den Faden verloren“, sagte Westers, der eine stärker werdende SG sah, die sich aber erst in der 41. Minute mit dem 2:1 belohnte. Nach starkem Pressing behauptete Mergim Deljiu den Ball, legte für Westmeyer auf, der zum 2:1 einschob. Als dann noch Leon Müsse in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs – auch er wurde von Deljiu bedient – abzog und der Ball vom Innenpfosten ins Tor prallte, sah alles nach einem rundum gelungenen Nachmittag für die Gastgeber aus. „Zwei Gedanken im Kopf“ „Wir sind gut aus der Halbzeit gekommen, das haben wir uns nach den letzten Spielen fest vorgenommen“, sah Trainer David Schmidt auch nach dem Wechsel eine SG-Mannschaft, die das Geschehen im Griff hatte. „Da hatten wir Chancen genug, um den Sack zuzumachen.“ Erneut Müsse, der den Ball aus kurzer Distanz über das Tor jagte (52.), Jonathan Schäfer per Flachschuss (54.), Deljiu, der freistehend verzog (58.), und Rzeha, der an Dömer scheiterte (60.), hätten erhöhen müssen. „Klar müssen wir die Dinger machen, dürfen aber auch nicht jedes Spiel Minimum drei Gegentore kassieren“, ärgerte sich Müsse, der bei seiner vergebenen Chance „zwei Gedanken im Kopf“ hatte.

 

So kam es, wie es musste: Der eingewechselte Vincent Schulte traf erst per Kopf (66.) und dann per Flachschuss (70.) für die Gäste: Es hieß 3:3. Und danach spielte nur noch Emsdetten. „Ich war dann froh, als es zuende war“, gab Schmidt zu.

 

Tore: 0:1 Ohde (10.), 1:1 Rzeha (11.), 2:1 Müsse (41.), 3:1 Westmeyer (45.+1), 3:2 Schulte (66.), 3:3 Schulte (70.)