EMSDETTEN Einige Zeit nach dem Abpfiff griff Birger Röber zum Handy und schrieb bei Whatsapp an seine Mannschaft: „Ich bin mega stolz auf euch. Ihr habt ein überragendes Spiel abgeliefert.“ Mit 0:1 hatten Borussias Landesliga-Fußballerinnen am Sonntag gegen den FC Schalke 04 verloren. Und das äußerst unglücklich, so Trainer Röber: „Ein 0:0 oder 1:1 wäre gerecht gewesen.“
Die Zuschauer auf der vollen Tribüne sahen ein Spitzenspiel, das den Namen auch verdiente: viel Tempo, rassige Zweikämpfe, guter Fußball. Nach 15 Minuten setzte der Gast aus Gelsenkirchen mit einem Pfostentreffer das erste Ausrufezeichen. Emsdetten hielt mit Chancen durch Jennifer Watson und Lea Rüskamp dagegen.
Nach dem Seitenwechsel machten die Borussinnen mutig weiter. Bei einem Tumult im gegnerischen Fünfmeterraum schaffte es aber keine von ihnen, den Ball über die Linie zu befördern (47.). Im Gegenstoß die kalte Dusche: Nina Post beharkte mit den Händen eine Gegnerin zu sehr, den folgenden Strafstoß verwandelte Schalkes Chantal Schmitz zum 0:1 (48.). „Den kann man wohl geben“, so Röber über den Elfer. Ansonsten war er mit vielen Schiri-Entscheidungen nicht einverstanden. Mehrfach sei Borussia wegen schlechter Auslegung der Vorteilsregel aus vielversprechenden Situationen zurückgepfiffen worden. Nach Tackling gegen Kim Wolters hätte es laut Röber Elfer für Emsdetten geben müssen (70.), ein Stocher-Tor derselben Spielerin wurde nicht anerkannt, weil Schalkes starke Keeperin Leonie Bendzulla bereits eine Hand auf dem Ball gehabt haben soll (78.).
Super fair: Wolters nahm nach dem Spiel den jungen Schiri in Schutz, sagte, man müsse über jeden froh sein, der Fußballspiele leite.
Weil auch ein Kopfball von Joke Borgmann nur den Außenpfosten traf, war die Niederlage besiegelt, die Tabellenführung futsch.

