Westers-Wut auf seine Urlauber

03.10.2023
LOKALSPORT EMSDETTEN

Westers-Wut auf seine Urlauber

Fußball: Dezimierter Borussia ging die Kraft aus 

Heute, 3. Oktober 2023 - 06:00 Uhr

von Marius Holthaus

Foto: Thomas Strack

Borussen-Trainer Roland Westers dirigierte seine auf dem Zahnfleisch kriechenden Jungs am Sonntag fast zum Sieg. In der 90. Minute glich der Gast aus Delbrück aber doch noch zum 2:2-Endstand aus. 

Bei der Pressekonferenz wurde die Atmosphäre plötzlich frostig. „Da kriege ich das kalte Kotzen“, raunzte Borussia Emsdettens Trainer Roland Westers ins Mikrofon. Grund seiner miesen Stimmung: die „Urlaubsmentalität“ in seiner Westfalenliga-Truppe. 

 

Keine Kreisliga

 

Vor der Wut-Rede hatte Westers am Sonntag mit ansehen müssen, wie im Heimspiel gegen Delbrück aus einem 2:0-Vorsprung ein 2:2 wurde. Weil seine Mannen sich kaum noch auf den Beinen halten konnten. „Und meine beiden Sechser lassen sich zurzeit die Sonne auf den Pelz brennen“, zürnte Westers. Gemeint waren die Urlauber Kevin Hagemann und Max Rengers. Der Coach stellt gegenüber unserer Zeitung aber klar: „Es betrifft nicht nur die beiden. Tom Hollöchter und Paul Quibeldey waren in dieser Saison auch schon zweieinhalb Wochen weg, Konstantin Baans über ein Wochenende.“ 

 

Und wenn es einfach nicht anders geht? Etwa, weil die Partnerinnen nur in dieser Zeit Urlaub machen können? „So begründen die das natürlich alle“, sagt Westers über seine Freizeit-Ausfälle. „Aber die Partnerinnen müssen wissen, worauf sie sich bei einem Westfalenliga-Fußballer einlassen. Dass man da in der Saison nicht drei Wochen wegfahren kann. Das ist hier nicht Kreisliga.“ 

 

„Ein gesellschaftliches Problem“

 

Kommt bei den Nicht-Urlaubern im Kader Unmut über ihre fehlenden Teamkollegen auf? „Kann ich dir nicht sagen, ich bin in der Kabine nicht dabei“, antwortet Westers. „Aber ich als Spieler wäre mächtig sauer gewesen. Früher wäre man aus dem Kader geflogen.“ Heute sei das für ihn keine Option: „Dann stünde ich mit einem 13-Mann-Kader da.“ 

 

So ziemlich alle Westfalenliga-Trainer hätten dasselbe Urlaubsproblem. Etwa Mesums Marcel Langenströer, mit dem der Borussen-Coach noch am Sonntag darüber redete und ähnliches Klagen hörte. Westers spricht von einem gesellschaftlichen Problem. Motto: Ich mache das, was für mich am Besten ist. Westers: „Das ist schädigend für die Truppe. Darüber dürfen die Jungs ruhig mal eine Sekunde nachdenken.“ 

 

 

Foto: Thomas Strack

Am Sonntag etwa musste Borussia auf der Sechs zweimal tauschen, weil Kai Deradjat und Mats Hagel mit ihren Kräften am Ende waren. Für sie übernahmen mangels Alternativen mit Julian Dirks ein gelernter Außenbahn-Mann und mit Henrik Laumann ein Offensiver. In der 90. Minute fing sich Borussia das 2:2 ... 

img-0353