Borussias F-Jungs gegen den BVB

20.09.2023

Lokalsport EMSDETTEN.

 

Daniel Apke, Trainer des Bezirksligisten Emsdetten 05 und der F I-Jugend der Borussia, lernte vor einigen Jahren bei einem Trainerlehrgang einen Jugendcoach des BVB kennen: „Der Kontakt ist seither nie abgebrochen. Ein Testspiel wurde schon vor Jahren abgesprochen, nur leider mussten wir auf diesen Augenblick dann einige Jahre warten...“

 

Doch am Sonntag wurde es wahr: Um 11 Uhr war im Nachwuchs-Leistungszentrum (NLZ) des BVB in Dortmund-Brackel Anpfiff der Partie zwischen den F-I-Teams der Borussen – also Dortmund gegen Detten.

 

Beim BVB beginnt die Jugendarbeit bei Kindern ab dem Alter von acht Jahren mit der U9. Aus der gesamten Region Dortmund werden die talentiertesten Fußballer für das 2. F-Jugendjahr (U9) zusammengeholt und zu einer Mannschaft geformt. An einem offiziellen Ligabetrieb nimmt die Mannschaft nicht teil, es werden aber regelmäßig Spieltermine innerhalb der verschiedenen Leistungszentren und Spielfeste gegen regionale Mannschaften organisiert.

 

Am Sonntagvormittag kamen die Emsdettener in Brackel an. „Alles war riesig, groß, perfekt organisiert, atemberaubend“, schildert Apke die Eindrücke. „Unsere Kids sind schon beim Einlass durch die Ordner ins Trainingszentrum in ,Ehrfurcht‘ erstarrt. Überall riesige BVB-Wappen und -Fahnen. Die BVB-Verantwortlichen und -Mitarbeiter, ob Ordner, Spieler oder Trainer, waren sehr freundlich und zuvorkommend.“ Die Eltern und Begleitpersonen der Borussia-Kids mussten sich aber ein wenig an die strengen Vorgaben für Zuschauer gewöhnen. Der ein oder andere Neugierige und Abenteuerlustige musste mehrfach ermahnt und um Einhaltung der Regeln gebeten werden.

 

Fußball wurde natürlich auch gespielt... Und zwar auf zwei Feldern, Sechs gegen Sechs inklusive Torhüter. Der BVB und die Dettener Borussen stellten jeweils zwei Mannschaften, absolviert wurden fünf Spiele von jeweils 14 Minuten. Ein Unterschied: Beträgt die gesamte Spieldauer im Ligabetrieb im Kreis Steinfurt 40 bis 50 Minuten, so wurden im BVB-NLZ in Summe 70 Minuten gespielt. Die Pausen zwischen den Partien wurden knackig kurz gehalten. Maximal ein Schluck Wasser – und weiter ging es. Auch die Spielregeln wichen etwas ab. Alles war deutlich leistungs- und entwicklungsorientierter. Die Tore hatten keine Abhängung, wie ansonsten verpflichtend ist. „Vor große Probleme hat uns die Einhaltung der Rückpassregel gestellt. Ist es bei uns üblich, dass der Torhüter jeden Rückpass mit der Hand aufnehmen darf, so war das in Dortmund nicht erlaubt“, erläutert Apke.

 

Der Grund: Auch die Torhüter sollen in jungen Jahren schon fußballerische Lösungen finden und nach Rückpässen mit dem Fuß weiterspielen. „Wir werden dies nun auch mit in unseren Trainings- und Spielbetrieb mit aufnehmen“, so Apke. In den Augen der Emsdettener Kids sah man die Begeisterung: Alles im BVB-NLZ war groß. Und richtig gut kicken konnten die auch noch... „Papa, die Spieler aus Dortmund haben ja alle die gleichen Schuhe an“, staunte ein junger Dettener nicht schlecht. All diese Einflüsse merkte man den rot-weißen Jungs auch auf dem Platz an. Die Beine waren etwas schwerer, der Kopf arbeitete. Die Dortmunder hingegen agierten zielstrebig, waren extrem hungrig auf den Ball und Tore. Jeder Ausball wurde blitzschnell eingedribbelt. Kaum Passfehler, Pässe und Torabschlüsse scharf wie bei den Großen. „Die Handlungsschnelligkeit der BVB-Spieler hat auch uns Trainer vom Hocker gehauen“, gesteht Apke. „Mit dieser Zieltrebigkeit und Agressivität in der Zweikampfführung mussten wir erst mal lernen umzugehen.“ Aber das wurde von Minute zu Minute besser, die Emsdettener fanden ins Spiel, um dann auch ihrerseits den einen oder anderen Nadelstich zu setzen.

 

 

Die F-Junioren von Borussia Emsdetten erlebten einen unvergesslichen Fußball-Vormittag in Dortmund.

 

 

Die Spielergebnisse fielen aber in Summe, anders als erhofft, recht deutlich zu Gunsten des BVB aus. Zudem spielte bei den Dortmundern stets der Torhüter aktiv mit. So hatten die BVB-Teams gefühlt immer einen Spieler mehr auf dem Feld. „Auch diese Erfahrung nehmen wir mit nach Detten und werden unsere Torhüter in Zukunft mehr zum Mitspielen animieren“, erklärt Coach Daniel Apke.

 

„Unsere Jungs haben sich prächtig präsentiert. Mit jedem Spiel ist der Respekt mehr und mehr verflogen. Das ein oder andere Tor konnten wir auch erzielen. Im letzten Spiel haben wir nur knapp mit 2:3 verloren“, schildert der Dettener F-Jugendtrainer.

 

Für die F-Junioren aus Detten war es ein absolutes Highlight, eine Erinnerung fürs Leben. „Es hat allen riesig viel Spaß gemacht. Wer kann das schon von sich behaupten, einmal so richtig gegen den BVB in Dortmund zu spielen?“ Und das im Trainingszentrum, indem zeitgleich auch die BVB-Profis vor Ort waren.

 

Man stelle sich mal vor, Reus und Hummels schauen beim F-Jugendspiel zu. Da ist eine Niederlage nicht weiter schlimm, man hat ja gegen den Club verloren, der viele Fans im Dettener Team hat. Da wird eine Niederlage gern akzeptiert...

 

Am Ende der Nachwuchs-Spiele hatten auch die BVB- Profis ihren Trainingstag beendet. „So konnten wir bei der Abfahrt noch viele Profis sehen, mit dem einen oder anderen ein Foto schießen bzw. ein Autogramm ergattern. Sehr viel Zeit haben sich Karim Adeyemi und Sebastien Haller für die F-Jungs aus Detten genommen.

 

Ein paar tolle Fotos mit den Top-Kickern und Autogramme haben diesen Tag so zu einem perfekten Erlebnis gemacht“, sagt Borussia-Trainer Daniel Apke. „Es hat Spaß gemacht, diese Erinnerungen werden bleiben.“

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