Lokalsport Christoph Niemeyer
EMSDETTEN. Der 2:1 (2:0)-Heimsieg der Borussen in der Westfalenliga war super wichtig. Wie wichtig, darüber, sprach die EV mit Borussia-Trainer Roland Westers.
Roland, welche Bedeutung hat der 2:1-Sieg über Nordkirchen?
Roland Westers: Das waren drei ganz wichtige Punkte für uns. Die Punkte, das ist es, was jetzt im Vordergrund steht. Wir sind froh, dass wir diese Punkte auf unserem Konto haben.
Dabei habt ihr doch so gut angefangen, habt nach 18 Minuten schon mit 2:0 geführt. Aber dann das Spiel aus der Hand gegeben, statt auf das 3:0 gehen.
Die Gier, einen komplett unterlegenen Gegner zu zerbrechen, die fehlt uns. Wir hätten Nordkirchen auch ein 3:0 oder 4:0 einschenken können. Aber das ist noch nicht bei uns drin.
Was macht man als Trainer, wenn man das von außen sieht?
Ich habe mir nach etwa 25 Minuten Kapitän Henni Ohde an die Seite geholt, habe ihm gesagt, dass wir jetzt nicht denken dürfen, dass wir dieses Spiel schon gewonnen haben. Denn: Wenn man das denkt, ist das der Anfang vom Ende.
Klar ist, dass wir nach 25 sehr, sehr guten Anfangsminuten nicht mehr das gespielt haben, was wir können.
Gäste-Trainer Plechaty hat in der Pause viermal gewechselt und damit sein komplettes Auswechselkontingent erschöpft, da er gezwungen war, schon in der 1. Hälfte einmal verletzungsbedingt zu wechseln. Riskant?
Auf jeden Fall ist Nordkirchen mit Wut und deutlich besserem Personal aus der Kabine gekommen und hat gezeigt, dass die Mannschaft in Bestbesetzung nicht so schlecht ist, wie es der aktuelle Punkte- und Tabellenstand vermuten lässt.
Und ist ja auch mit dem Anschlusstreffer zum 2:1 belohnt worden.
Da sind wir nach einem eigenen Standard aufgrund eines Ballverlustes in der Defensive in Unterzahl gewesen. Das darf nicht passieren. Da hätte sich ein Spieler fallen lassen müssen.
Welche Rolle hat eigentlich Vincent Schulte vor allem in der 1. Hälfte in der Borussia-Offensive gespielt? Der tauchte ja fast überall auf.
Wir müssen ja in der Offensive flexibeler werden. Und durch seinen schönen Treffer zum 2:0 sind wir für diese Maßnahme ja auch belohnt worden.
Sieben Punkte hat Borussia jetzt nach sechs Partien auf dem Konto. Beruhigt das?
Das beruhigt uns noch lange nicht. Wir haben gegen drei der vier Mannschaften, die auf den letzten vier Plätzen stehen, gespielt. Die Gegner werden also in Zukunft stärker. Und es wäre gut für uns, wenn wir auch aus den nächsten Spielen was Zählbares mitnehmen. Uns tut vor allem die Niederlage in Hamm weh. Hätten wir diese drei Punkte geholt, hätten wir zehn auf dem Konto – und wären im Soll.

