Ede Wegmanns goldenes Füßchen

27.02.2023

Torwarttrainer Holger Minnebusch hält beim 1:0-Sieg der Borussen den Kasten der Rot-Weißen sauber

Lokalsport Emsdetten von Friedhelm Wenning
Bild: Da Hans-Dieter Jürgens erkrankt ist, feierte das Trainergespann Bodo Gadomski (r.) und Reinhard Kloppenborg sein Comeback und bleibt nach dem 1:0-Sieg weiterhin ungeschlagen.
MARL. Das Wichtigste zuerst: Borussia Emsdetten siegte am Sonntag mit 1:0 beim Kellerkind TuS Sinsen und vergrößerte damit den Vorsprung auf die Abstiegszone auf komfortable neun Punkte. Was für ein immens wichtiger Dreier!

Aber wer war nun der Held des Spiels? Torschütze Eduard Wegmann, der in der 73. Minute sein goldenes Füßchen in die flache Hereingabe von Kevin Meise hielt und gegen die Laufrichtung von Keeper Tom Richert zum 0:1 traf? Oder war es der 46-jährige Torhüter Holger Minnebusch, der auch im ganz reifen Torwartalter sein Westfalenligator noch sauber hielt? Oder waren es die Iennnverteidiger Nick Wedi und Sören Wald, die auf ungewohnter Position ran mussten? Oder war es Jordi Albers, der in den Schlussminuten sein Westfalenligadebüt gab und half, die Punkte zu sichern? Oder war es das „Not-Trainergespann“ Bodo Gadomski/ Reinhard Kloppenborg, das weiterhin ungeschlagen ist?

Es war wohl die gesamte Mannschaft einschließlich der Ergänzungsspieler und des Trainergespanns.

So gebeutelt wie die Borussen gestern nach Sinsen ist wohl kaum einmal eine Westfalenligamannschaft zu einem Auswärtsspiel gefahren. Als morgens auch noch Torhüter Lukas Schröder telefonisch mitteilte, dass er erkrankt war, war das Chaos endgültig perfekt. Für ihn musste Torwarttrainer Holger Minnebusch ran.

Reinhard Kloppenborg wusste schon etwas länger, dass er mal wieder für Hans-Dieter Jürgens einspringen musste. Und musste den Plan, den er mit Bodo Gadomski und dem erkrankten Hans-Dieter Jürgens entworfen hatte, am Sonntag erneut über den Haufen werfen.

Neben dem Torhüter fehlte unter anderem die komplette Viererkette. Lediglich Marius Klöpper saß noch angeschlagen für Notfälle auf der Bank, musste aber dann schon nach 53 Minuten ran, weil Borussia neue Impulse benötigte und Sören Wald so vorgezogen werden konnte.

Sinsen war vor der Pause überlegen. Semih Gülsoy schoss aber aus guter Position in den fast wolkenlosen Winterhimmel (12.), Holger Minnebusch ließ sich von Marius Speker aus spitzem Winkel nicht überlisten (23.).

Viel mehr ließ die neu formierte, aber um so aufmerksamere Defensive nicht zu. Als aber kurz vor der Pause gleich vier Defensivspieler der Borussen innerhalb von 15 Minuten „gelb“ sahen, glaubte wohl niemand mehr, dass die Borussen die zweite Hälfte überstehen oder mit elf Mann zu Ende spielen würden.

Stattdessen aber gestalteten sie diese offener. Auch weil Sören Wald auf die Sechs vorrückte und dem Aufbauspiel mehr Struktur gab. Ein Kopfball von Nick Wedi (64.), ein Schuss von Marius Klöpper (70.), die Vorstöße der Borussen nahmen an Häufigkeit und Gefährlichkeit zu. Dann war Kevin Meise rechts durch, passte präzise in die Mitte und Eduard Wegmann darf sich jetzt wie sein Namensvetter „Kobra“ nennen.

klopfer